Das Wichtigste in Kürze
- Faustregel: Für 4.000 bis 5.000 kWh Jahresverbrauch sind häufig 8 bis 10 kWp sinnvoll.
- Dachfläche: Rechnen Sie grob mit 5 bis 7 m² pro kWp, je nach Modul, Dachform und Belegung.
- Wärmepumpe: Je nach Gebäude kommen oft 3.000 bis 5.000 kWh Strombedarf pro Jahr hinzu.
- Wallbox: Ein E-Auto erhöht den Bedarf meist um 2.000 bis 4.000 kWh pro Jahr.
- Speicher: Der Speicher verändert weniger die Dachgröße, aber stark den Eigenverbrauch und die Autarkie.
Welche PV-Größe passt zu welchem Verbrauch?
Eine Solaranlage wird nicht exakt auf den Jahresverbrauch „gedeckelt“. Der Strom entsteht überwiegend tagsüber und im Sommer, während Verbrauch auch abends, nachts und im Winter anfällt. Deshalb ist eine Anlage oft größer als der reine Jahresverbrauch vermuten lässt. Entscheidend ist, wie viel Dachfläche gut nutzbar ist und ob künftige Verbraucher wie Wärmepumpe oder E-Auto eingeplant werden.
| Profil | Jahresverbrauch | Sinnvolle PV-Größe | Freie Dachfläche |
|---|---|---|---|
| 2 Personen | 2.500–3.500 kWh | 5–7 kWp | ca. 32–45 m² |
| 4 Personen | 4.000–5.500 kWh | 8–11 kWp | ca. 50–70 m² |
| Mit Wärmepumpe | 7.000–10.000 kWh | 11–16 kWp | ca. 70–100 m² |
| Mit Wallbox | 6.000–9.000 kWh | 10–15 kWp | ca. 62–95 m² |
Verbrauch, Dachfläche und Zukunft zusammen denken
Die beste PV-Größe entsteht aus drei Fragen: Wie viel Strom verbrauchen Sie heute? Wie viel Strom werden Sie in fünf bis zehn Jahren verbrauchen? Und wie viel gute Dachfläche steht tatsächlich zur Verfügung? Ein Süddach mit wenig Verschattung kann kleiner dieselbe Strommenge erzeugen wie ein Ost-West-Dach mit Teilverschattung. Gleichzeitig kann ein Ost-West-Dach besonders alltagstauglich sein, weil es morgens und nachmittags länger Strom liefert.
Planen Sie eine Wärmepumpe, sollte die Anlage nicht nur auf den Haushaltsstrom ausgelegt werden. Der zusätzliche Heizstrom fällt besonders im Winter an, also genau dann, wenn PV-Erträge niedriger sind. Trotzdem verbessert eine größere Anlage die Jahresbilanz und senkt den Netzbezug in Übergangszeiten. Bei einer Wallbox zählt vor allem, ob das Auto tagsüber zuhause laden kann. Homeoffice, Wochenendladen und intelligente Wallbox-Steuerung erhöhen den Solarstromanteil deutlich.
Wann ist das Dach der begrenzende Faktor?
In der Praxis begrenzen Dachfenster, Gauben, Schornsteine, Abstände zum Rand, Brandschutzvorgaben und Verschattung die belegbare Fläche. Deshalb sollte der Rechnerwert nicht als Montageplan verstanden werden, sondern als Zielgröße für das Angebot. Ein Fachbetrieb prüft anschließend Modulbelegung, Statik, Wechselrichterauslegung und Zählerschrank.