Der Ökostrom-Kompass für Ihren Tarif
Ökostrom vergleichen: Kosten, Label und Wirkung verstehen
Ein grünes Logo allein sagt noch nicht, wie ein Tarif wirkt. Vergleichen Sie Jahreskosten, Herkunftsnachweise, unabhängige Label und Vertragsbedingungen – und entscheiden Sie danach, welcher Ökostrom zu Ihrem Haushalt passt.
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Geben Sie Verbrauch und Postleitzahl ein, bevor Sie einzelne Tarifversprechen bewerten. So sehen Sie den Preis im passenden regionalen Kontext.
Ökostromtarife nach Herkunft, Label und Kosten vergleichen
Ökostrom-Tarife vergleichen
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Grundlage
Was Ökostrom wirklich bedeutet
Ökostrom ist kein eigener Stromfluss bis zu Ihrer Steckdose. Im Netz wird Strom aus vielen Erzeugungsanlagen gemeinsam verteilt. Ein Tarif weist Ihrem Verbrauch deshalb eine entsprechende Menge erneuerbar erzeugten Stroms zu. Die Zuordnung wird über Herkunftsnachweise dokumentiert.
Das Umweltbundesamt erklärt Stromkennzeichnung und Herkunftsnachweise ausführlich: Ein Nachweis enthält unter anderem die Energiequelle, die Erzeugungsanlage, ihren Standort und den Erzeugungszeitraum. Nach der Nutzung wird er entwertet. Dadurch kann dieselbe erneuerbare Eigenschaft nicht mehrfach als Ökostrom verkauft werden.
Der Herkunftsnachweis ist wichtig, aber er beantwortet nicht jede ökologische Frage. Er zeigt nicht automatisch, ob ein Anbieter neue Wind- oder Solaranlagen mitfinanziert, bestimmte Erzeugungsanlagen ausschließt oder einen festen Betrag in Energiewendeprojekte investiert. Genau deshalb sollten Sie beim Ökostromvergleich Herkunft, Zusatzkriterien und Vertrag getrennt betrachten.
Der Tarif-Check
Die vier Prüfgrößen, die wirklich zählen
Eine gute Entscheidung entsteht nicht aus einem einzelnen Schlagwort. Prüfen Sie diese vier Punkte in derselben Reihenfolge, in der Sie auch einen Tarif bewerten: erst die Aussage über die Herkunft, dann die zusätzlichen Kriterien, danach Preis und Vertragsrisiko.
Herkunft
Welche erneuerbare Quelle und welche Erzeugungsanlage stehen hinter der Stromkennzeichnung? Achten Sie auf nachvollziehbare Angaben statt auf reine Naturbilder.
Label
Gilt ein anerkanntes Siegel für den konkreten Tarif? Lesen Sie den aktuellen Kriterienkatalog und prüfen Sie die Tarifliste des Herausgebers.
Zusatznutzen
Gibt es verbindliche Beiträge für neue Anlagen, Energiewendeprojekte oder ökologische Anforderungen? Dieser Punkt geht über die reine Herkunft hinaus.
Vertrag
Wie hoch sind Grundpreis und Arbeitspreis nach dem ersten Jahr? Prüfen Sie außerdem Laufzeit, Kündigungsfrist, Preisgarantie und Zahlungsweise.
Siegel einordnen
Grüner Strom Label und ok-power im Vergleich
Beide Systeme arbeiten mit veröffentlichten Anforderungen, setzen aber eigene Schwerpunkte. Das Grüner Strom Label steht für 100 Prozent erneuerbare Energie und einen festen Beitrag je verbrauchter Kilowattstunde für Energiewendeprojekte. Das Label wird für einen Tarif vergeben, nicht automatisch für das gesamte Unternehmen.
Bei ok-power besteht die Zertifizierung aus Pflicht- und Wahlpflichtkriterien. Dazu gehören unter anderem die erneuerbare Herkunft, Anforderungen an Beteiligungen des Anbieters, ökologische Vorgaben für Erzeugungsanlagen und Verbraucherschutz. Die Wahlpflichtkriterien können zusätzliche Beiträge wie Neuanlagen oder innovative Energiewendeprojekte abbilden.
Grüner Strom Label
- 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energiequellen
- Verbindlicher Beitrag je Kilowattstunde für die Energiewende
- Kriterien für Beschaffung, Projekte und Anbieterbeteiligungen
ok-power
- 100 Prozent Strom aus anerkannten erneuerbaren Anlagen
- Pflichtkriterien für Beteiligungen und Verbraucherschutz
- Wahlpflichtkriterien für zusätzliche Energiewendebeiträge
Kritisch vergleichen
Greenwashing vermeiden: fünf Fragen vor dem Abschluss
Greenwashing beginnt oft mit einer Aussage, die gut klingt, aber offenlässt, was genau geprüft wurde. Die folgenden Fragen helfen Ihnen, Werbesprache in überprüfbare Tarifmerkmale zu übersetzen. Eine ausführliche Einordnung finden Sie auch im Ratgeber Ökostrom-Greenwashing erkennen.
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Gilt die Aussage für den konkreten Tarif?
Ein Anbieter kann verschiedene Stromprodukte führen. Suchen Sie die Zertifizierung, die Stromkennzeichnung und die Herkunftsangabe beim Tarif – nicht nur auf der Unternehmensseite.
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Was belegt der Herkunftsnachweis – und was nicht?
Er belegt die erneuerbare Eigenschaft der zugeordneten Strommenge. Er ist kein automatischer Nachweis für neue Anlagen, zusätzliche Investitionen oder besondere Naturschutzstandards.
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Wer prüft die zusätzlichen Kriterien?
Bei einem unabhängigen Label können Sie Kriterien und Prüfverfahren nachlesen. Fehlt ein Siegel, sollte der Anbieter zumindest verständlich erklären, wie Herkunft, Beschaffung und Zusatznutzen belegt werden.
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Ist die Öko-Aussage konkreter als ein grünes Versprechen?
Begriffe wie „natürlich“, „sauber“ oder „klimafreundlich“ ersetzen keine Tarifdaten. Fragen Sie nach Quelle, Geltungsbereich, Nachweis und dem Zeitpunkt, auf den sich die Aussage bezieht.
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Passt der Vertrag auch nach dem Bonus?
Ein niedriger Preis im ersten Jahr kann durch einen einmaligen Bonus entstehen. Vergleichen Sie den Tarif deshalb zusätzlich ohne Bonus und prüfen Sie, ob Grundpreis oder Arbeitspreis danach deutlich steigen.
Sie wollen jetzt Preise und Bedingungen gegenüberstellen?
Starten Sie den Ökostromvergleich mit Ihrer Postleitzahl und Ihrem Jahresverbrauch. Prüfen Sie danach die Tarifdetails mit den Fragen aus dieser Seite.
Preis verstehen
Ökostrom-Kosten richtig vergleichen
Der günstigste Tarif ist nicht automatisch der mit dem niedrigsten Arbeitspreis. Für einen fairen Vergleich brauchen Sie Ihren realistischen Jahresverbrauch und die vollständigen Preisbestandteile. Besonders bei kleinen Haushalten kann der Grundpreis stärker ins Gewicht fallen; bei hohem Verbrauch wirkt sich der Arbeitspreis stärker aus.
Arbeitspreis
Der Preis pro Kilowattstunde. Multiplizieren Sie ihn mit dem Verbrauch aus Ihrer letzten Jahresabrechnung.
Grundpreis
Der feste Monats- oder Jahresbetrag. Prüfen Sie, ob er bereits alle laufenden Bestandteile des Tarifs enthält.
Bonus und Preisgarantie
Rechnen Sie einmalige Boni separat. Eine Preisgarantie kann außerdem Ausnahmen für Steuern, Abgaben, Netzentgelte oder Umlagen enthalten.
Für den ersten Überblick hilft der Ratgeber zum Strompreis pro Kilowattstunde. Wenn Sie Bonusversprechen bewusst außen vor lassen möchten, ist der Vergleich ohne Bonus die passendere Perspektive. Entscheidend ist in beiden Fällen, dass Sie Ökostromtarife mit demselben Verbrauch und derselben Postleitzahl vergleichen.
Der nächste Schritt
Ökostrom-Anbieter wechseln: Was passiert danach?
Ein Stromanbieterwechsel ist technisch unspektakulär: Die Leitungen, der Zähler und die Stromqualität bleiben gleich. Es muss niemand Ihre Wohnung betreten. Die Verbraucherzentrale beschreibt den Ablauf und die Fristen. Ein Lieferant übernimmt die Belieferung erst zu dem Termin, den er Ihnen bestätigt.
Verbrauch bereithalten
Jahresverbrauch, Postleitzahl, Zählernummer und aktuelle Vertragsdaten erleichtern den Vergleich.
Tarif filtern
Wählen Sie Laufzeit, Kündigungsfrist, Zahlungsweise und Labelkriterien passend zu Ihrem Bedarf.
Bestätigung prüfen
Warten Sie auf Lieferbeginn und Vertragsbestätigung. Kündigen Sie nur so, wie es Vertrag und Frist vorsehen.
Wechsel dokumentieren
Lesen Sie am Stichtag den Zählerstand ab und bewahren Sie die Bestätigung sowie die erste Abrechnung auf.
Kurz beantwortet
Häufige Fragen zum Ökostromvergleich
Kommt bei Ökostrom wirklich grüner Strom aus der Steckdose?
Physikalisch fließt im deutschen Stromnetz ein gemeinsamer Strommix. Ein Ökostromtarif ordnet Ihrem Verbrauch eine entsprechende Menge erneuerbar erzeugten Stroms über Herkunftsnachweise zu. Diese Nachweise werden entwertet, damit die erneuerbare Eigenschaft nicht doppelt vermarktet wird.
Was garantiert ein Herkunftsnachweis für Ökostrom?
Ein Herkunftsnachweis dokumentiert unter anderem die erneuerbare Energiequelle, die Erzeugungsanlage, den Standort und den Erzeugungszeitraum einer Strommenge. Er belegt die erneuerbare Eigenschaft, sagt allein aber nicht, ob ein Tarif neue Anlagen fördert oder weitere Umweltkriterien erfüllt.
Ist Ökostrom automatisch besonders umweltfreundlich?
Nein. Die Bezeichnung beschreibt zunächst die erneuerbare Eigenschaft des Tarifs. Für einen zusätzlichen Beitrag zur Energiewende sollten Sie die Kriterien des konkreten Tarifs prüfen: etwa Investitionen in neue Anlagen, Energiewendeprojekte, ökologische Anforderungen und die unabhängige Prüfung.
Welche Ökostrom-Siegel sind für Verbraucher hilfreich?
Das Grüner Strom Label und ok-power arbeiten mit veröffentlichten Kriterien für Ökostromtarife. Sie betrachten neben der Herkunft auch weitere Anforderungen. Entscheidend bleibt, ob das Siegel aktuell für den konkreten Tarif gilt und welche Kriterien in der jeweiligen Zertifizierung enthalten sind.
Ist Ökostrom teurer als konventioneller Strom?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Vergleichen Sie Arbeitspreis, Grundpreis, Verbrauch, Bonus und Vertragsbedingungen für dieselbe Postleitzahl. Prüfen Sie zusätzlich die Kosten im ersten Vertragsjahr und nach dem Wegfall eines einmaligen Bonus.
Kann ein Tarif ohne Ökostrom-Siegel trotzdem sinnvoll sein?
Ja, denn eine Zertifizierung ist freiwillig. Ohne Siegel müssen Anbieter die erneuerbare Herkunft und einen möglichen Zusatznutzen allerdings an anderer Stelle nachvollziehbar belegen. Für den schnellen Vergleich bieten unabhängige Label eine zusätzliche Orientierung.
Kann ich meinen Ökostromanbieter jederzeit wechseln?
Ein Wechsel ist in der Regel zum Ende der Mindestlaufzeit oder bei einem Sonderkündigungsrecht möglich. Maßgeblich sind Vertragslaufzeit, Kündigungsfrist und der bestätigte Lieferbeginn. Prüfen Sie diese Angaben, bevor Sie den neuen Tarif beauftragen.
Was passiert beim Wechsel des Stromanbieters?
Die Stromversorgung läuft ohne Unterbrechung weiter. Es muss niemand in Ihre Wohnung kommen, und der neue Anbieter kann die Kündigung häufig übernehmen. Warten Sie die Vertragsbestätigung mit dem Lieferbeginn ab und lesen Sie am Wechseltag den Zählerstand ab.
Soll ich einen Bonus beim Ökostromvergleich einrechnen?
Ja, aber getrennt vom dauerhaften Tarifpreis. Ein Bonus kann das erste Vertragsjahr deutlich günstiger erscheinen lassen und danach entfallen. Vergleichen Sie deshalb die Jahreskosten im ersten Jahr und die voraussichtlichen Kosten ab dem zweiten Jahr.
Ist Ökostrom aus dem Ausland weniger nachhaltig?
Das Herkunftsland allein ist kein ausreichendes Qualitätskriterium. Herkunftsnachweise können aus europäischen Ländern stammen und dokumentieren die erneuerbare Eigenschaft der zugeordneten Strommenge. Für die ökologische Wirkung sind zusätzlich die Tarifkriterien, der Nachweis und mögliche Investitionen entscheidend.
Weiterlesen und nachprüfen
Quellen zum Ökostrommarkt
Die folgenden Stellen erklären die Grundlagen unabhängig vom konkreten Tarif. Die Marktanalyse Ökostrom des Umweltbundesamtes ordnet den deutschen Markt und die Rolle von Herkunftsnachweisen ein. Für die Verbrauchersicht ist der Beitrag der Verbraucherzentrale zu Ökostrom und Ökogas eine hilfreiche Ergänzung.