Gaspreise für Ihr Zuhause

Gasanbieter vergleichen: Jahreskosten statt Lockpreis

Ein niedriger Arbeitspreis allein macht noch keinen guten Gastarif. Entscheidend ist, was Sie über ein ganzes Jahr zahlen – inklusive Grundpreis, Bonusbedingungen, Preisgarantie und Vertragsbindung.

  • Jahreskosten statt Lockpreis
  • Vertragsdetails im Blick
  • Versorgung bleibt beim Wechsel bestehen

Der schnelle Einstieg

Gasangebote für Ihre Postleitzahl vergleichen

Geben Sie Ihre PLZ und Ihren Jahresverbrauch ein. Sortieren Sie die Ergebnisse anschließend nicht nur nach dem ersten Preis, sondern prüfen Sie auch Laufzeit, Kündigungsfrist, Preisgarantie und Bonusbedingungen.

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Jahreskosten im Blick
Bedingungen mitprüfen
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Die Tarif-Brille

Gasanbieter vergleichen heißt: die ganze Jahresrechnung vergleichen

Der Preis in der Ergebnisliste ist nur dann aussagekräftig, wenn er zu Ihrem Verbrauch passt und alle relevanten Bestandteile enthält. Ein Tarif mit niedrigem Arbeitspreis kann durch einen hohen Grundpreis teurer werden. Ein Bonus kann das erste Jahr stark verbilligen, während der Tarif danach deutlich mehr kostet.

Für eine faire Gegenüberstellung rechnen Sie immer mit demselben Jahresverbrauch. Die einfache Grundformel lautet:

Jahreskosten Grundpreis + (Arbeitspreis × Jahresverbrauch) − anrechenbarer Bonus

Der Bonus gehört nur dann in die Rechnung, wenn Sie die Bedingungen sicher erfüllen. Für die langfristige Entscheidung lohnt sich zusätzlich ein Blick auf die Kosten ohne Bonus. Im Gasvergleich ohne Bonus sehen Sie, was vom Tarifpreis übrig bleibt, wenn die einmalige Prämie wegfällt.

Wichtige Bestandteile eines Gastarifs
Bestandteil Was er bedeutet Darauf achten
Arbeitspreis Preis je verbrauchter Kilowattstunde Bei hohem Verbrauch besonders gewichtig
Grundpreis Feste Gebühr pro Monat oder Jahr Kann einen günstigen Arbeitspreis ausgleichen
Bonus Einmalige Gutschrift oder Prämie Auszahlung, Frist, Mindestverbrauch und Neukundenregel
Preisgarantie Schutz vor bestimmten Preisänderungen Dauer, Umfang und ausgenommene Bestandteile

Die Entscheidung

Fünf Kriterien, die im Gasvergleich den Unterschied machen

Der günstigste Treffer ist nicht automatisch der passende Vertrag. Die folgenden Punkte helfen Ihnen, die Liste in wenigen Minuten zu sortieren und Angebote mit unnötigem Risiko auszusieben.

1. Vollständige Jahreskosten

Vergleichen Sie den Preis für Ihren Verbrauch inklusive Grundpreis. Achten Sie darauf, ob ein Bonus bereits eingerechnet ist.

2. Laufzeit und Kündigung

Eine kurze Bindung hält Sie flexibel. Prüfen Sie Mindestlaufzeit, Kündigungsfrist und automatische Verlängerung gemeinsam.

3. Reichweite der Preisgarantie

Lesen Sie nach, ob nur Beschaffungskosten oder auch weitere Bestandteile geschützt sind. „Preisgarantie“ ist kein einheitlicher Schutz.

4. Bonusbedingungen

Prüfen Sie, wann der Bonus ausgezahlt wird und ob Belieferungsdauer, Mindestverbrauch oder ein Umzug die Auszahlung beeinflussen.

5. Zahlungsweise und Anbieter-Risiko

Vorkasse und Kaution können den Preis auf dem Papier senken, erhöhen aber Ihr Risiko. Die Bundesnetzagentur rät, Vorauszahlungen bei Energielieferanten besonders kritisch zu prüfen. Ein monatlicher Abschlag ist leichter zu kontrollieren als eine große Zahlung im Voraus.

Die Bundesnetzagentur nennt genau diese Vertragsinhalte als Prüfpunkte: Laufzeit, Kündigungsfrist, Preisgarantie, Preisanpassung und Zahlungsmodalitäten.

Passt der Tarif zu Ihrer Rechnung?

Jetzt Angebote für Ihren Verbrauch ansehen

Die Tarifauswahl richtet sich nach Ihrer Postleitzahl und Ihrem Jahresverbrauch. Prüfen Sie die Details, bevor Sie den Wechsel beauftragen.

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Preissicherheit

Preisgarantie beim Gastarif: Schutz mit Grenzen

Eine Preisgarantie kann die Planung erleichtern, ist aber nicht automatisch den Aufpreis wert. Entscheidend ist, welche Bestandteile sie abdeckt und wie lange sie gilt. Eine eingeschränkte Garantie kann zum Beispiel staatlich veranlasste Kosten, Netzentgelte oder Steuern ausnehmen. Wenn sich diese Bestandteile ändern, kann der Gesamtpreis trotz Garantie steigen.

Prüfen

Welche Bestandteile sind erfasst?

Schauen Sie in die Tarifdetails und nicht nur in die Überschrift des Angebots. Der genaue Wortlaut entscheidet.

Vergleichen

Wie lange gilt der Schutz?

Garantie und Vertragslaufzeit können unterschiedlich lang sein. Prüfen Sie, was nach dem Ende der Garantie passiert.

Abwägen

Was kostet die Sicherheit?

Rechnen Sie den Tarif mit und ohne Garantie durch. Eine kurze Laufzeit kann mehr Flexibilität bieten als ein teurer Preisschutz.

Bei einer angekündigten Preisänderung haben Haushaltskunden grundsätzlich ein Sonderkündigungsrecht. Die Hinweise der Bundesnetzagentur zu Preiserhöhungen erklären, welche Informationen der Lieferant mitteilen muss. Einen Vergleich speziell nach Garantiedauer finden Sie im Gastarif-Vergleich mit Preisgarantie.

Vertragsstatus

Grundversorgung, Sondervertrag oder Ersatzversorgung?

Bevor Sie nach einem neuen Anbieter suchen, klären Sie, in welchem Vertragsverhältnis Sie gerade sind. Das steht auf Ihrer Rechnung oder in den Vertragsunterlagen. Die Begriffe klingen ähnlich, bedeuten aber unterschiedliche Fristen und Handlungsmöglichkeiten.

01

Grundversorgung

Der örtliche Grundversorger liefert, wenn kein anderer Sondervertrag besteht. Sie können als Haushaltskunde grundsätzlich mit zwei Wochen Frist kündigen.

02

Sondervertrag

Sie haben einen eigenen Tarif mit einem Anbieter vereinbart. Hier gelten die Bedingungen aus Vertrag und AGB, insbesondere Laufzeit und Kündigungsfrist.

03

Ersatzversorgung

Sie greift vorübergehend, wenn eine Lieferstelle keinem Vertrag eindeutig zugeordnet ist. Prüfen Sie schnell einen regulären Vertrag und die aktuellen Preise.

Auch der örtliche Grundversorger kann günstige Sondertarife anbieten. Vergleichen Sie deshalb nicht nur Anbieter untereinander, sondern auch Grundversorgung und Sondervertrag desselben Unternehmens. Die Verbraucherzentrale erklärt die Unterschiede zwischen Grund- und Sondervertrag ausführlich.

Der sichere Ablauf

Gasanbieter wechseln: In vier Schritten zum neuen Vertrag

  1. 1

    Rechnung bereitlegen

    Notieren Sie Jahresverbrauch in kWh, Zählernummer, Kundennummer und den nächstmöglichen Kündigungstermin. Bei einem Einzug helfen zusätzlich Adresse und Zählerstand.

  2. 2

    Tarife mit denselben Daten vergleichen

    Verwenden Sie Ihren realistischen Verbrauch und sortieren Sie die Angebote nach vollständigen Jahreskosten. Öffnen Sie die Tarifdetails für Bonus, Preisgarantie und Zahlungsweise.

  3. 3

    Vertrag und Starttermin bestätigen

    Lesen Sie die Vertragszusammenfassung, bevor Sie abschließen. Achten Sie darauf, ab wann der neue Anbieter tatsächlich liefert und ob der Wechsel zum gewünschten Termin möglich ist.

  4. 4

    Zählerstand dokumentieren

    Lesen Sie den Zählerstand am Wechseltermin ab, fotografieren Sie ihn und bewahren Sie Bestätigungen auf. So lassen sich spätere Abrechnungsfragen leichter klären.

Keine neue Leitung nötig

Der Lieferantenwechsel ist ein Vertrags- und Abrechnungswechsel. Das Gas kommt weiterhin über denselben Anschluss. Netzbetreiber und Lieferant haben dabei unterschiedliche Aufgaben.

Der neue Anbieter übernimmt die Kündigung beim bisherigen Lieferanten im Regelfall. Bei einer Preiserhöhung oder einem Umzug kann eine besondere Frist gelten. Wenn Sie selbst kündigen, reicht in der Regel Textform; geben Sie Vertragsnummer, Lieferadresse und den gewünschten Kündigungstermin an. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Gasanbieterwechsel zeigt, welche Angaben in das Schreiben gehören.

Rechnung richtig lesen

Gasverbrauch in kWh: Die wichtigste Eingabe im Vergleich

Der Gaszähler zeigt häufig Kubikmeter an, die Rechnung rechnet aber in Kilowattstunden ab. Für diese Umrechnung werden Brennwert und Zustandszahl verwendet. Deshalb ist ein Wert aus der letzten Jahresabrechnung zuverlässiger als eine grobe Schätzung nach Wohnfläche.

Wert aus der Abrechnung

Übernehmen Sie den abgerechneten Verbrauch in kWh. Achten Sie darauf, dass der Zeitraum zur aktuellen Nutzung passt.

Wert in m³

Nutzen Sie Brennwert und Zustandszahl aus der Rechnung. Ein m³ ist nicht pauschal immer gleich vielen kWh.

Einzug ohne Vorjahreswert

Eine Schätzung ist nur eine Startgröße. Prüfen Sie den Abschlag nach der ersten Abrechnung und passen Sie ihn bei Bedarf an.

Wenn Sie Ihren Verbrauch erst einordnen möchten, hilft der Gasverbrauch-Rechner. Für die Kontrolle von Arbeitspreis, Grundpreis und Abschlag nutzen Sie den Gaskosten-Rechner.

Umweltmerkmale

Biogas und Ökogas: Der Tarifname reicht nicht

Bei „Ökogas“, „Klimagas“ oder „Biogas“ können verschiedene Modelle dahinterstehen. Ein Tarif kann einen Biomethananteil enthalten, mit Herkunftsnachweisen arbeiten oder die Emissionen von Erdgas über ein Kompensationsmodell ausgleichen. Diese Varianten sind nicht dasselbe und sollten im Tarifblatt getrennt ausgewiesen sein.

Biomethananteil

Welcher Anteil ist vertraglich zugesagt und worauf bezieht er sich?

Herkunft und Nachweis

Welche Herkunft wird dokumentiert und welches Nachweissystem wird genannt?

Kosten getrennt bewerten

Vergleichen Sie Umweltmerkmal und Jahreskosten als zwei eigene Entscheidungskriterien.

Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass Begriffe wie Ökogas nicht automatisch einen Biomethananteil bedeuten. Im Herkunftsnachweisregister für Gase beschreibt die Behörde, wie erneuerbare und kohlenstoffarme Gase künftig nachgewiesen werden. Eine verständliche Einordnung finden Sie außerdem im Biogas-Ratgeber.

Marktdaten richtig einordnen

Warum ein bundesweiter Gaspreis nicht Ihre Rechnung ersetzt

Gaspreise unterscheiden sich nach Wohnort, Verbrauch, Vertragsart und Zeitpunkt. Der gemeinsame Monitoringbericht von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt betrachtet deshalb verschiedene Versorgungssituationen und Stichtage. Die Daten sind eine gute Markt-Einordnung, aber kein Preisversprechen für Ihre Postleitzahl. Für Ihre Entscheidung zählt der vollständige Jahrespreis Ihres konkreten Angebots.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen zum Gasanbieterwechsel

Wird das Gas beim Anbieterwechsel unterbrochen?
Nein. Bei einem regulären Lieferantenwechsel bleiben Gasanschluss, Zähler und örtliches Netz unverändert. Die Versorgung läuft weiter; nur der Vertragspartner für die Lieferung wechselt.
Wie lange dauert ein Gasanbieterwechsel?
Beim Gas gibt es keine 24-Stunden-Regel wie beim technischen Stromlieferantenwechsel. Der Starttermin hängt von Vertragslaufzeit, Kündigungsfrist, vollständigen Angaben und der Bestätigung des neuen Lieferanten ab.
Muss ich meinen alten Gasvertrag selbst kündigen?
Im normalen Wechsel übernimmt der neue Anbieter die Kündigung, wenn Sie ihn dazu bevollmächtigen. Bei einer Preiserhöhung oder einer anderen Sonderkündigung sollten Sie die Frist selbst im Blick behalten und die Kündigung rechtzeitig erklären.
Was ist der Unterschied zwischen Grundpreis und Arbeitspreis?
Der Grundpreis ist eine feste monatliche oder jährliche Gebühr. Der Arbeitspreis wird für jede verbrauchte Kilowattstunde berechnet. Ihre Jahreskosten ergeben sich aus dem Grundpreis plus Arbeitspreis mal Jahresverbrauch, abzüglich anrechenbarer Boni.
Ist der Bonus im monatlichen Abschlag enthalten?
Meistens nicht. Der Abschlag wird normalerweise ohne den später ausgezahlten Bonus berechnet. Prüfen Sie deshalb die tatsächliche Abschlagshöhe und die Bedingungen für den Bonus getrennt vom beworbenen Erstjahrespreis.
Schützt eine Preisgarantie vor jeder Preiserhöhung?
Nein. Eine Preisgarantie gilt nur für den Zeitraum und die Preisbestandteile, die im Tarif ausdrücklich genannt sind. Gesetzlich veranlasste Kosten, Netzentgelte oder Steuern können ausgenommen sein.
Kann ich aus der Gas-Grundversorgung schnell wechseln?
Ja. Haushaltskunden können einen Grundversorgungsvertrag grundsätzlich jederzeit mit einer Frist von zwei Wochen kündigen. Prüfen Sie trotzdem, ob Sie tatsächlich in der Grundversorgung sind und welcher Tarif danach beginnt.
Was passiert bei einer Insolvenz des Gasanbieters?
Die Versorgung des Haushalts bleibt grundsätzlich gesichert, weil der örtliche Grundversorger einspringt. Vorauszahlungen können bei einer Insolvenz jedoch problematisch sein. Vorkasse-Tarife sollten Sie deshalb besonders kritisch prüfen.
Sind Kubikmeter und Kilowattstunden beim Gas dasselbe?
Nein. Der Gaszähler misst in der Regel Kubikmeter, die Rechnung rechnet den Verbrauch über Brennwert und Zustandszahl in Kilowattstunden um. Für den Tarifvergleich verwenden Sie möglichst den kWh-Wert aus der letzten Abrechnung.

Nachlesen

Verlässliche Quellen zum Gasvertrag

Rechts- und Marktfragen ändern sich. Diese offiziellen und verbrauchernahen Quellen helfen dabei, Tarifbedingungen, Wechsel und Umweltangaben unabhängig einzuordnen.

Nächster Schritt

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Halten Sie Ihre letzte Rechnung bereit und vergleichen Sie mit Ihrem echten Jahresverbrauch.