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E-Mobilität und Stromkosten

Welcher Stromtarif passt zum Elektroauto?

Mit einem Elektroauto im Haushalt werden aus kleinen Preisunterschieden schnell spürbare Jahresbeträge. Entscheidend sind Heimladeanteil, Ladeverluste, Ladefenster und die Kosten einer zusätzlichen Messung. Vergleichen Sie deshalb erst den realen Netzbezug und dann die Tarifmodelle.

Welcher Tarif wann passt

Für viele Haushalte reicht der normale Stromtarif. Ein separater Autostromtarif wird interessant, wenn der Wagen viel zu Hause lädt und der niedrigere Arbeitspreis die zusätzlichen Fixkosten übersteigt. Ein dynamischer Tarif ist vor allem für lange, planbare Ladefenster geeignet. Keine Variante ist automatisch günstiger.

  • Rechnen Sie den Netzbezug einschließlich Ladeverlusten.
  • Prüfen Sie Einzähler- und Zweizählerlösung mit Netz- und Messstellenbetreiber.
  • Vergleichen Sie Arbeitspreis, Grundpreis, Messkosten und mögliche Umbauten.
  • Behalten Sie eine Notlademöglichkeit für ungeplante Fahrten.

Interaktiver Rechner

E-Auto-Ladekosten aus Fahrleistung und Strompreis berechnen

Berechnen Sie, was Laden zu Hause und an öffentlichen Säulen im Jahr kostet. Ladeverluste und die unterschiedlichen Preise fließen getrennt ein.

Fahr- und Ladeprofil
Preisannahmen
Optional: Wallbox einrechnen
Rechenweg und Grenzen anzeigen
  • Fahrstrom = Jahreskilometer × Verbrauch ÷ 100.
  • Beim Laden zu Hause kommt der eingegebene Ladeverlust hinzu. Öffentliches Laden wird mit dem Strombedarf des Autos ohne Verlustaufschlag gerechnet.
  • Der separate Tarif enthält Arbeitspreis, Grundpreis und zusätzliche Messkosten. Einmalige Umbauten sind nicht enthalten.
  • Die Wallbox steckt nur in der optionalen Jahresrate. Finanzierung, Reparaturen und Förderungen sind nicht automatisch enthalten.
  • Die Preise sind Beispiel- oder Vertragswerte. Bevor Sie ein Angebot annehmen, prüfen Sie zusätzlich Zählerkonzept, § 14a EnWG und die Bedingungen des Ladepunkts.

Der Rechner berücksichtigt Heimladeanteil, Ladeverluste, Wallboxkosten und einen möglichen separaten Zähler. Für eine breitere Haushaltsrechnung können Sie zusätzlich den E-Auto-Stromkosten-Rechner verwenden.

Wie viel Strom benötigt das Auto zu Hause?

Die Grundrechnung lautet: Jahreskilometer geteilt durch 100, multipliziert mit dem Fahrzeugverbrauch. Für den Tarifvergleich ist jedoch der Strom aus dem Netz maßgeblich. Beim Laden entstehen Verluste in Ladegerät, Wallbox, Kabel und Batterie. Der ADAC beschreibt diese Ladeverluste und die Unterschiede zwischen Ladearten. Verwenden Sie deshalb möglichst einen Wert, der an der Wallbox oder am Zähler gemessen wurde.

Beispiel mit Rechenannahmen

Bei 15.000 Kilometern und 18 kWh je 100 Kilometer entstehen zunächst 2.700 kWh Fahrzeugenergie. Mit 80 Prozent Heimladeanteil und 10 Prozent Ladeverlusten werden daraus rund 2.376 kWh Netzbezug zu Hause. Die Zahlen sind Beispielwerte und keine Prognose für jedes Fahrzeug.

Ziehen Sie öffentliche Ladevorgänge getrennt ab. Wenn Sie unterwegs regelmäßig laden, darf der Tarif zu Hause nicht mit dem gesamten Fahrzeugverbrauch belastet werden. Umgekehrt gehört ein hoher Heimladeanteil in den Stromvergleich, auch wenn das Auto an einer eigenen Wallbox hängt.

Drei Stromtarifmodelle im Vergleich

ModellStärkeGrenzePasst eher, wenn …
HaushaltsstromEinfaches Messkonzept, kein zweiter VertragKein spezieller niedriger Autostrompreisder Heimladeverbrauch moderat ist oder Sie wenig Verwaltungsaufwand möchten
Separater Autostrommöglicherweise niedrigerer Arbeitspreiszusätzlicher Zähler, Messkosten und Installationsaufwandder Wagen regelmäßig große Mengen am eigenen Ladepunkt bezieht
Dynamischer TarifLaden in günstige Marktzeiten verschiebbarPreisschwankung, Smart Meter und kompatible Steuerung nötigdas Auto lange angeschlossen bleibt und Abfahrten planbar sind

Ein niedriger Arbeitspreis ist nur die halbe Rechnung. Bei einer Zweizählerlösung können ein weiterer Messstellenbetrieb, ein zusätzlicher Grundpreis, ein Umbau am Zählerschrank und ein eigener Vertrag anfallen. Addieren Sie diese Beträge für die gesamte Laufzeit und prüfen Sie, ob der Tarif nach dem ersten Bonusjahr noch günstig ist.

Passende Anbieter

Tibber-Angebote passend zum Ladeprofil prüfen

Autostrom und dynamischer Tarif sind zwei unterschiedliche Wege. Wählen Sie das Angebot passend zu Heimladeanteil, Abfahrtszeit, Smart Meter und gewünschter Planbarkeit.

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Was Sie beim dynamischen Tarif von Tibber zu Smart Meter, App und Smart Charging beachten sollten, steht im Tibber-Ratgeber.

Wallbox, zweiter Zähler und § 14a

Eine Wallbox kann grundsätzlich am gemeinsamen Haushaltszähler betrieben werden. Ob ein separater Zählpunkt wirtschaftlich ist, hängt vom Netzgebiet, der Tarifstruktur, der vorhandenen Elektroinstallation und den Messkosten ab. Lassen Sie sich vor der Bestellung schriftlich sagen, welche Leitungen, Schutzkomponenten, Zählerplätze und Anmeldungen im Angebot enthalten sind.

Die Bundesnetzagentur erklärt, was für Wallboxen und ihre Anmeldung gilt. Für neue steuerbare Verbrauchseinrichtungen mit mehr als 4,2 kW Netzanschlussleistung gelten besondere Regeln. Bei einer konkreten Netzüberlastung darf der Netzbezug vorübergehend reduziert werden. Der übrige Haushalt wird dabei nicht abgeschaltet und bleibt normal versorgt.

Vor dem Kauf

Netzbetreiber fragen, Wallbox anmelden, Anschlussleistung und Zählerplatz prüfen. Eine Haushaltssteckdose ersetzt bei regelmäßigem Laden mit hoher Dauerlast keine fachgerecht installierte Wallbox.

Beim Tarif

Gemeinsamen oder separaten Zählpunkt, Liefervertrag, Messkosten und mögliche Netzentgeltreduzierung zusammen prüfen. Ein Autostromtarif ist nicht dasselbe wie die Regelung des Netzbetreibers.

Bei der Steuerung

Festlegen, wann das Auto spätestens voll genug sein muss. Automatisches Laden darf Komfort und Reichweitenreserve nicht dem günstigsten Preis unterordnen.

Bei PV-Anlage

Eigenen Solarstrom zuerst im Haus nutzen, Überschussladen als Option prüfen und Reststrombedarf mit einem passenden Tarif absichern.

So rechnen Sie den Tarifvorteil richtig

  1. Ermitteln Sie Fahrleistung, Fahrzeugverbrauch und Heimladeanteil.
  2. Ergänzen Sie Ladeverluste anhand einer Messung oder einer vorsichtigen Annahme.
  3. Berechnen Sie die jährlichen Kosten im bestehenden Haushaltsstromtarif.
  4. Berechnen Sie den separaten Tarif mit eigenem Grundpreis, Messentgelt und Umbaukosten.
  5. Prüfen Sie beim dynamischen Tarif ein normales und ein teures Preisszenario.
  6. Vergleichen Sie die Gesamtkosten mindestens über den Zeitraum, in dem Sie das Messkonzept nutzen.

Was das Rechenbeispiel zeigt

Mit dem Rechenwert von 37,63 Cent/kWh würden 2.376 kWh rund 894 Euro variable Kosten verursachen. Bei einem angenommenen separaten Arbeitspreis von 25 Cent/kWh wären es rund 594 Euro. Der rechnerische Unterschied von rund 300 Euro muss erst Grundpreis, Messung und Umbau übersteigen. Beide Preise sind Rechenannahmen.

Was Sie im Preisblatt zusätzlich suchen sollten

  • Gilt der Arbeitspreis für den gesamten Strom oder nur für den Ladezähler?
  • Welche Kosten entstehen für Messstellenbetrieb und Zählerwechsel?
  • Wie lange gilt eine Preisgarantie und welche Bestandteile sind ausgenommen?
  • Gibt es Mindestabnahme, Paketpreise oder eine besondere Kündigungsfrist?
  • Kann der Anbieter den Vertrag bei einem Umzug oder Wechsel des Messkonzepts fortführen?
  • Welche Schnittstelle braucht die Ladeautomatik und wer trägt die Verantwortung bei einem Ausfall?

Häufige Fragen

Welcher Stromtarif ist für ein Elektroauto am günstigsten?

Das hängt von Ihrem Ladeprofil ab. Haushaltsstrom ist meist die einfachste Lösung. Ein separater Autostromtarif kann sich bei hohem Heimladeanteil und deutlichem Preisvorteil rechnen, wenn zusätzliche Zähler- und Messkosten darunter bleiben. Ein dynamischer Tarif braucht flexible Ladezeiten und ein intelligentes Messsystem.

Brauche ich für die Wallbox einen zweiten Stromzähler?

Nein, eine Wallbox benötigt nicht automatisch einen zweiten Zähler. Prüfen Sie, ob Ihr Netzbetreiber und der gewählte Tarif eine gemeinsame Messung zulassen. Für bestimmte reduzierende Netzentgeltmodelle kann ein separater Zählpunkt nötig sein.

Wie viel Strom braucht ein Elektroauto pro Jahr?

Eine grobe Rechnung lautet: Jahreskilometer × Verbrauch in kWh je 100 Kilometer ÷ 100. Für den Netzbezug kommen Ladeverluste hinzu. Die Anzeige am Fahrzeug ist deshalb nicht immer der Wert, der auf der Stromrechnung landet.

Was bedeutet § 14a EnWG für eine neue Wallbox?

Eine private Wallbox mit mehr als 4,2 kW Netzanschlussleistung kann als steuerbare Verbrauchseinrichtung gelten. Der Netzbetreiber darf den Netzbezug bei konkreter Überlastung vorübergehend dimmen; der Haushaltsstrom wird davon nicht automatisch mitgesteuert. Melden Sie die Anlage vor dem Betrieb beim Netzbetreiber an und klären Sie, welche Regeln für Ihre Anlage gelten.

Lohnt sich ein dynamischer Tarif fürs Laden?

Eher dann, wenn das Auto mehrere Stunden angeschlossen ist, die Abfahrt planbar ist und Wallbox sowie Steuerung den Ladevorgang verschieben können. Der Börsenpreis allein reicht für die Rechnung nicht: Grundpreis, Aufschlag, Netzentgelte, Messkosten und teure Ladezeiten gehören dazu.

Welchen Verbrauch trage ich in einen Tarifvergleich ein?

Addieren Sie den erwarteten Netzbezug des Haushalts und des Autos. Verwenden Sie beim Auto möglichst den gemessenen Verbrauch der Wallbox oder des separaten Zählers und berücksichtigen Sie den Anteil, der wirklich zu Hause geladen wird.

Quellen und passende Ratgeber

Redaktion

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Autor
Tom Trögler
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Verantwortliche Prüfung
Tom Trögler, StromWolf-Redaktion

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