Das Wichtigste in Kürze
- Mehrverbrauch: 15.000 km E-Auto-Fahrleistung bedeuten meist rund 2.700 bis 3.300 kWh Ladeenergie pro Jahr.
- Solarstromanteil: Mit smarter Wallbox sind 40 bis 60 % Solarstrom beim Heimladen realistisch, wenn das Auto tagsüber oder am Wochenende angeschlossen ist.
- Kosten pro 100 km: Netzstrom zu 34 ct/kWh kostet bei 18 kWh/100 km plus Ladeverlust etwa 6,70 €. Solarstrom bewertet mit 7,78 ct/kWh liegt rechnerisch bei etwa 1,50 €.
- PV-Größe: Für Haushalt plus E-Auto sind häufig 9 bis 13 kWp sinnvoll. Wer zusätzlich Wärmepumpe oder Speicher plant, sollte größer denken.
- Wallbox: Entscheidend ist nicht nur 11 kW Ladeleistung, sondern PV-Überschussladen, Phasenumschaltung, Energiemanager und App-Steuerung.
- Speicher: Ein Speicher erhöht den Solarstromanteil, sollte aber zur gesamten Hauslast passen. Nur fürs Auto ist er selten die günstigste Lösung.
Was der Wallbox-Photovoltaik-Rechner zeigt
Der Rechner verbindet drei Fragen, die bei Photovoltaik mit Wallbox oft getrennt betrachtet werden: Wie viel Strom braucht das Auto wirklich? Wie viel davon kann die Solaranlage liefern? Und wie verändert sich die Wirtschaftlichkeit, wenn Solarstrom nicht mit null Euro, sondern mit dem entgangenen Einspeisewert bewertet wird?
Dadurch entsteht ein realistischeres Bild als bei einfachen E-Auto-Stromkostenrechnern. Für den Haushalt zählt nicht nur der Verbrauch des Autos, sondern auch der Zeitpunkt: Ein Auto, das mittags in der Einfahrt steht, kann viel PV-Überschuss aufnehmen. Ein Auto, das erst ab 18 Uhr geladen wird, nutzt ohne Speicher deutlich mehr Netzstrom.
E-Auto-Ladung berechnen: die wichtigsten Eingaben
Fahrleistung
10.000 km sind eher wenig, 15.000 km ein guter Durchschnittswert, 20.000 km und mehr sprechen für eine größere PV-Anlage.
Verbrauch
Aktuelle Elektroautos liegen laut ADAC je nach Modell ungefähr zwischen 13 und 30 kWh/100 km. Für viele Mittelklasseautos sind 17 bis 21 kWh realistisch.
Ladeverluste
Beim AC-Laden gehen typischerweise einige Prozent verloren. 8 bis 12 % sind eine brauchbare Planungsannahme.
Heimladeanteil
Wer fast immer zu Hause lädt, kann die PV besser nutzen. Wer viel öffentlich oder beim Arbeitgeber lädt, braucht weniger Wallbox-Strom.
Beispiel: 15.000 km pro Jahr, 18 kWh/100 km, 80 % Laden zu Hause und 10 % Ladeverlust ergeben rund 2.376 kWh Ladeenergie am heimischen Anschluss. Diese Zahl kommt zusätzlich zum normalen Haushaltsstrom hinzu.
Solarstromanteil: Warum Ladezeit wichtiger ist als Ladeleistung
Eine 11-kW-Wallbox kann ein Auto schnell laden. Für PV-Überschussladen ist aber nicht die maximale Leistung entscheidend, sondern die Fähigkeit, die Ladeleistung sauber an den aktuellen Überschuss anzupassen. Wenn das Haus gerade 1 kW verbraucht und die PV-Anlage 6 kW erzeugt, bleiben 5 kW für Auto, Speicher oder Einspeisung.
| Ladeprofil | Typischer Solarstromanteil | Geeignet für | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Abends nach der Arbeit | 10 bis 30 % | Pendler ohne Homeoffice | Speicher oder dynamischer Tarif prüfen |
| Tagsüber regelmäßig zu Hause | 40 bis 65 % | Homeoffice, Zweitwagen, flexible Arbeit | PV-Überschussladen sehr sinnvoll |
| Wochenende + Speicher | 55 bis 80 % | Haushalte mit großem Dach | Speicher nicht überdimensionieren |
Besonders nützlich ist eine Wallbox mit automatischer Phasenumschaltung. Sie kann bei wenig Überschuss einphasig niedriger laden und bei mehr Sonne auf dreiphasiges Laden wechseln. Ohne diese Funktion startet das Laden teils erst bei höherem Überschuss.
Welche PV-Größe passt zur Wallbox?
Eine Wallbox macht die PV-Anlage nicht automatisch größer, aber sie verschiebt die sinnvolle Dimensionierung. Wer vorher 4.500 kWh Haushaltsstrom verbraucht hat und durch das E-Auto weitere 2.500 bis 3.500 kWh zu Hause lädt, plant nicht mehr für einen kleinen Standardhaushalt.
| Haushalt | E-Auto-Profil | Gesamtverbrauch | Sinnvolle PV-Größe |
|---|---|---|---|
| 2 Personen | 10.000 km/Jahr | ca. 4.000 bis 5.000 kWh | 6 bis 8 kWp |
| 4 Personen | 15.000 km/Jahr | ca. 6.500 bis 8.000 kWh | 9 bis 13 kWp |
| 4 Personen + Wärmepumpe | 20.000 km/Jahr | ca. 11.000 bis 15.000 kWh | 14 bis 20 kWp |
Die Grenze ist oft nicht der Strombedarf, sondern das Dach. Rechnen Sie grob mit 5 bis 7 m² belegbarer Dachfläche pro kWp. Wenn Speicher, Wallbox und Wärmepumpe absehbar sind, sollte die Dachfläche möglichst vollständig sinnvoll genutzt werden.
Kosten und Ersparnis: Netzstrom gegen Solarstrom
Für die saubere Rechnung gibt es drei Stromwerte: den Netzstrompreis, den entgangenen Einspeisewert und den möglichen Preis eines dynamischen Tarifs. Solarstrom aus der eigenen Anlage ist im Alltag angenehm günstig, aber wirtschaftlich ersetzt jede selbst geladene kWh eine Einspeisung.
Beispiel mit 15.000 km/Jahr
Bei 18 kWh/100 km und 10 % Ladeverlust braucht das Auto rund 2.970 kWh Ladeenergie. Bei 34 ct/kWh Netzstrom kostet das etwa 1.010 € pro Jahr. Wenn 50 % davon aus PV-Überschuss kommen und dieser mit 7,78 ct/kWh bewertet wird, sinken die rechnerischen Ladekosten auf etwa 620 €.
Die Ersparnis steigt, wenn Ihr Netzstrompreis hoch ist oder Ihr Auto oft bei Sonne lädt. Sie sinkt, wenn Sie ohnehin einen sehr günstigen Autostromtarif nutzen oder das Auto meist nachts laden muss.
Wallbox-Funktionen, die für Photovoltaik wichtig sind
- PV-Überschussladen: Die Wallbox lädt nur oder bevorzugt dann, wenn die PV-Anlage mehr produziert als der Haushalt verbraucht.
- Phasenumschaltung: Hilft, auch bei kleinerem Überschuss stabil zu laden und bei mehr Sonne automatisch hochzuschalten.
- Energiemanager-Anbindung: Wichtig für Wechselrichter, Speicher und Smart Meter, damit alle Komponenten denselben Stromfluss sehen.
- Ladelimit und Abfahrtszeit: Praktisch, wenn das Auto bis morgens sicher geladen sein muss, aber tagsüber möglichst viel Solarstrom bekommen soll.
- Dynamische Tarife: Sinnvoll für Reststrom, wenn wenig Sonne da ist. Dafür braucht es passende Mess- und Steuertechnik.
Eine einfache Wallbox kann das Auto laden. Eine gute PV-Wallbox entscheidet, wann und wie stark geladen wird. Diese Steuerung ist der eigentliche Wert.
Quellen und Rechenstand
Für die Standardwerte wurden aktuelle öffentliche Informationen geprüft: Der ADAC zeigt bei getesteten Elektroautos eine breite Verbrauchsspanne von etwa 13,4 bis 29,7 kWh/100 km. Die Verbraucherzentrale nennt für PV-Erträge als Rechenwert rund 1.025 kWh je kWp und Jahr. Für neue kleine PV-Anlagen ist die EEG-Vergütung im Rechner editierbar, weil die Sätze halbjährlich angepasst werden.
Wichtig: Der Rechner ersetzt keine Anlagenplanung. Verschattung, Dachstatik, Netzanschluss, Zählerkonzept, bestehender Wechselrichter und Wallbox-Kompatibilität müssen im Angebot konkret geprüft werden.