Das Wichtigste in Kürze
- PV-Größe: mit Wärmepumpe häufig 10 bis 15 kWp statt nur 6 bis 10 kWp.
- Wärmepumpenstrom: viele Einfamilienhäuser liegen grob bei 2.500 bis 5.500 kWh pro Jahr.
- Deckungsanteil: realistisch oft 20 bis 40 % des Wärmepumpenstroms direkt aus PV, mit guter Steuerung mehr.
- Wintergrenze: hoher Heizbedarf trifft auf niedrigen PV-Ertrag. Netzstrom bleibt Teil der Planung.
- Speicher: erhöht Eigenverbrauch, ersetzt aber keinen saisonalen Speicher für den Winter.
Warum Wärmepumpe und Photovoltaik zusammenpassen
Eine Wärmepumpe macht aus Strom Wärme. Photovoltaik liefert einen Teil dieses Stroms direkt vom Dach. Dadurch sinken die laufenden Heizkosten, besonders in Übergangszeiten wie März, April, September und Oktober. In diesen Monaten ist der Heizbedarf noch relevant und die PV-Anlage liefert bereits ordentliche Erträge.
Im tiefen Winter ist die Rechnung nüchterner: Die Wärmepumpe braucht viel Strom, während die PV-Anlage wenig produziert. Eine gute Planung rechnet deshalb nicht mit vollständiger Autarkie, sondern mit einem realistischen Jahresmix aus Direktverbrauch, Speicherladung und Netzbezug.
So bestimmen Sie die richtige PV-Größe
Addieren Sie zuerst Haushaltsstrom und Wärmepumpenstrom. Ein Haushalt mit 4.500 kWh Haushaltsstrom und 3.500 kWh Wärmepumpenstrom kommt auf 8.000 kWh Gesamtverbrauch. Daraus ergibt sich meist keine kleine Anlage, sondern eine möglichst gut ausgenutzte Dachfläche.
Speicher, Heizstab und Smart-Grid-Steuerung
Ein Batteriespeicher hilft vor allem morgens und abends. Er kann tagsüber PV-Überschüsse aufnehmen und später Haushaltsstrom oder einen Teil des Wärmepumpenstroms liefern. Für längere dunkle Winterphasen ist er zu klein; dafür wäre ein saisonaler Speicher nötig, der im Einfamilienhaus wirtschaftlich selten ist.
Eine smarte Wärmepumpensteuerung kann den Eigenverbrauch zusätzlich erhöhen. Sinnvoll ist eine moderate Anhebung, wenn PV-Überschuss vorhanden ist und das Gebäude Wärme speichern kann. Ein Heizstab sollte dagegen vorsichtig eingesetzt werden, weil direkte elektrische Wärme deutlich weniger effizient ist als der Wärmepumpenbetrieb.
Wärmepumpentarif oder gemeinsamer Zähler?
Ein separater Wärmepumpentarif kann günstiger sein, wenn der Arbeitspreis deutlich niedriger ist und der zusätzliche Grundpreis nicht zu stark ins Gewicht fällt. Ein gemeinsamer Zähler ist einfacher und kann den PV-Eigenverbrauch transparenter machen. Die beste Lösung hängt vom Messkonzept, Netzbetreiber, Verbrauch und Tarifangebot ab.
Wer ohnehin PV, Speicher und Wärmepumpe gemeinsam plant, sollte das Messkonzept früh mit dem Fachbetrieb klären. Spätere Umbauten am Zählerschrank können teuer werden.