Das Wichtigste in Kürze
- Teileinspeisung: Solarstrom zuerst selbst nutzen, Überschuss verkaufen.
- Volleinspeisung: gesamte PV-Produktion gegen höheren EEG-Satz ins Netz geben.
- Aktuelle Standards bis 10 kW: 7,78 ct/kWh Teileinspeisung, 12,34 ct/kWh Volleinspeisung.
- Wichtigster Hebel: Eigenverbrauch. Je höher der Haushaltsstrompreis, desto attraktiver wird Teileinspeisung.
- Speicher: lohnt sich nicht für reine Volleinspeisung, kann bei Teileinspeisung aber Eigenverbrauch und Autarkie deutlich erhöhen.
So funktioniert der Einspeisevergütung Rechner
Der Rechner bewertet zwei Betriebskonzepte. Bei Teileinspeisung wird ein Teil des Solarstroms im Haus genutzt und der Rest eingespeist. Der selbst genutzte Anteil wird mit Ihrem Strompreis bewertet, der Überschuss mit dem EEG-Satz. Bei Volleinspeisung wird die gesamte Erzeugung mit dem höheren Volleinspeise-Satz bewertet, der Haushaltsstrom wird aber weiterhin komplett aus dem Netz bezogen.
Genau deshalb kann der höhere Volleinspeise-Satz in der Praxis trotzdem schlechter sein: Wenn Ihr Netzstrom 32 ct/kWh kostet, ist jede selbst genutzte Kilowattstunde deutlich wertvoller als 12,34 ct/kWh Vergütung.
Teileinspeisung: meistens die beste Lösung für Eigenheime
Teileinspeisung passt zu Haushalten, die ihren Solarstrom direkt nutzen wollen: tagsüber laufende Geräte, Homeoffice, Wärmepumpe, Wallbox oder Batteriespeicher. Je mehr Verbrauch in die Sonnenstunden verschoben wird, desto stärker steigt der wirtschaftliche Vorteil.
Volleinspeisung: sinnvoll bei wenig Eigenverbrauch
Volleinspeisung ist vor allem dann interessant, wenn die PV-Anlage nicht auf den Haushaltsverbrauch optimiert werden soll. Beispiele: sehr niedriger Eigenverbrauch, leerstehende oder selten genutzte Gebäude, große Dachflächen ohne passende Verbraucher oder eine klare Trennung zwischen PV-Investition und Haushaltsstrom.
Wichtig ist das Messkonzept: Für Volleinspeisung muss die erzeugte Strommenge sauber getrennt erfasst werden. Ein Speicher bringt in diesem Modell keinen Vergütungsvorteil, weil der Strom nicht im Haushalt genutzt wird.
Beispiel: warum der Eigenverbrauch entscheidet
Eine 10-kWp-Anlage erzeugt grob 9.000 bis 10.500 kWh pro Jahr. Bei Volleinspeisung wird diese Menge vollständig vergütet. Bei Teileinspeisung zählt zusätzlich, wie viele Kilowattstunden Sie selbst verbrauchen. Schon 3.000 kWh Eigenverbrauch können bei 32 ct/kWh Strompreis rund 960 Euro Netzstrom ersetzen. Der Rest wird weiterhin vergütet.
Der Rechner oben macht diese Schwelle sichtbar: Senken Sie den Eigenverbrauch, stellen Sie auf Volleinspeisung und ändern Sie die EEG-Sätze. So sehen Sie, ab welchem Punkt das Modell kippt.