Das Wichtigste in Kürze
- Jahreskosten: Arbeitspreis × kWh-Verbrauch plus Grundpreis pro Jahr.
- Umrechnung: Wenn Sie nur m³ kennen, rechnen Sie mit Brennwert und Zustandszahl in kWh um.
- Abschlag: Ein plausibler Monatsabschlag liegt nahe bei Jahreskosten geteilt durch 12.
- Effektiver Preis: Grundpreis auf kWh verteilt zeigt, wie teuer ein Tarif wirklich ist.
- Vergleich: Prüfen Sie immer Gesamtkosten, Laufzeit, Preisgarantie und Bonuslogik zusammen.
So berechnen Sie Gaskosten richtig
Viele schauen nur auf den Arbeitspreis. Das reicht nicht. Die echte Jahresrechnung besteht aus dem verbrauchsabhängigen Arbeitspreis und dem festen Grundpreis. Erst die Summe zeigt, ob ein Tarif günstig ist.
Formel: Jahresverbrauch in kWh × Arbeitspreis in Euro/kWh + Grundpreis pro Jahr = Gaskosten pro Jahr
Beispiel: 20.000 kWh Verbrauch, 10,8 ct/kWh Arbeitspreis und 15 Euro Grundpreis pro Monat ergeben 20.000 × 0,108 Euro + 180 Euro = 2.340 Euro pro Jahr. Daraus folgt ein rechnerischer Monatswert von 195 Euro.
kWh oder m³: Welche Eingabe ist besser?
Für Tarife, Rechnungen und Abschläge ist kWh die richtige Einheit. Der Gaszähler zeigt aber m³. Wenn Sie eine Rechnung haben, nehmen Sie den kWh-Wert daraus. Wenn Sie gerade abgelesen haben, rechnen Sie den m³-Wert um.
kWh aus der Rechnung
Am besten für Tarifvergleich und Abschlag. Der Wert enthält bereits Brennwert und Zustandszahl Ihres Netzgebiets.
m³ vom Zähler
Gut für Zwischenstände. Für Kosten müssen Sie m³ mit Brennwert und Zustandszahl in kWh umrechnen.
Brennwert und Zustandszahl verstehen
Der Brennwert sagt, wie viel Energie in einem Kubikmeter Gas steckt. Die Bundesnetzagentur nennt für L-Gas etwa 8,4 bis 11,2 kWh/m³ und für H-Gas etwa 10 bis 13,1 kWh/m³. Die Zustandszahl korrigiert Messbedingungen wie Druck und Temperatur. Beide Werte finden Sie in der Jahresrechnung oder beim Netzbetreiber.
| Wert | Typischer Bereich | Wofür wichtig? |
|---|---|---|
| Brennwert | ca. 8,4 bis 13,1 kWh/m³ | Energiegehalt des gelieferten Gases. |
| Zustandszahl | oft etwa 0,90 bis 1,00 | Umrechnung des gemessenen Betriebszustands. |
| Umrechnungsfaktor | Brennwert × Zustandszahl | Macht aus m³ den kWh-Verbrauch. |
Abschlag prüfen: zu hoch, zu niedrig oder plausibel?
Der Abschlag ist keine endgültige Rechnung, sondern eine monatliche Vorauszahlung. Wenn er dauerhaft zu niedrig ist, droht eine Nachzahlung. Ist er deutlich zu hoch, zahlen Sie dem Anbieter zu viel vor und bekommen das Geld erst mit der Abrechnung zurück.
Praktische Regel
Jahreskosten geteilt durch 12 ist der faire Monatswert. Ein Puffer von 5 bis 10 Prozent kann sinnvoll sein, wenn der Winterverbrauch schwer planbar ist.
Wann sich ein Tarifwechsel besonders lohnt
Ein Wechsel lohnt sich besonders, wenn Ihr effektiver Preis deutlich über aktuellen Angeboten liegt, Sie noch in der Grundversorgung sind oder Ihr Vertrag keine brauchbare Preisgarantie mehr hat. Wichtig ist: Vergleichen Sie nicht nur den Arbeitspreis, sondern die kompletten Jahreskosten bei Ihrem echten Verbrauch.