Zum Inhalt springen
Ratgeber

Strompreis verstehen

Strompreis pro kWh: Was Sie wirklich zahlen

Die Zahl auf dem Tarifblatt klingt eindeutig. In Ihrer Jahresrechnung stecken aber zwei Größen: der Arbeitspreis für jede Kilowattstunde und der feste Grundpreis. Erst zusammen zeigen sie, was eine kWh Strom in Ihrem Haushalt tatsächlich kostet.

Für eine realistische Rechnung reichen meist Jahresverbrauch, Postleitzahl und Tarifblatt.

Worauf es ankommt

Rechnen Sie mit dem Gesamtpreis inklusive Grundpreis.

Wenn Sie nach dem Strompreis pro kWh suchen, meinen Sie meist den Betrag, der auf Ihrer Rechnung pro verbrauchter Kilowattstunde landet. Dazu gehört neben dem Arbeitspreis auch der feste Grundpreis, umgelegt auf Ihren Jahresverbrauch.

Als grobe Orientierung liegen Haushaltsstrompreise einschließlich des anteiligen Grundpreises häufig bei etwa 30 bis 40 ct/kWh. Günstige Angebote können darunter liegen, die örtliche Grundversorgung oder ungünstige Vertragsbedingungen darüber. Die Bundesnetzagentur erklärt die Bestandteile. Für die Entwicklung von Neu- und Bestandskundenpreisen bietet SMARD eine regelmäßig gepflegte Datenreihe.

Eigene Rechnung

Was kostet Ihre Kilowattstunde tatsächlich?

Ob Ihr eigener Tarif günstig ist, verrät ein Durchschnittswert nicht. Nehmen Sie die letzte Jahresabrechnung zur Hand und rechnen Sie Verbrauch, Arbeitspreis und Grundpreis zusammen. So sehen Sie sofort, ob eine günstige Zahl im Tarifblatt auch für Ihren Haushalt gilt.

Stromtarife nach Jahreskosten und Vertragsbedingungen vergleichen

powered by TARIFCHECK24 GmbH

01 Jahresverbrauch

Übernehmen Sie die abgerechneten kWh. Bei einem Umzug oder neuen Geräten ist eine Schätzung nur der Startpunkt.

02 Arbeitspreis

Achten Sie auf die Einheit ct/kWh. Der Preis gilt nur für den verbrauchsabhängigen Teil der Rechnung.

03 Grundpreis

Monatliche Angaben mit zwölf multiplizieren. Prüfen Sie, ob Messkosten bereits enthalten sind.

Jetzt sehen, was an Ihrer Adresse möglich ist

Der Rechner zeigt, wo Ihr Preis liegt. Für echte Angebote zählen dann Ihre Postleitzahl, ein realistischer Verbrauch und die vollständigen Kosten des Vertrags.

Stromtarife mit PLZ prüfen Anzeige

Die Formel

So wird aus ct/kWh Ihre Jahresrechnung

Der Arbeitspreis ist der sichtbare Verbrauchspreis. Der Grundpreis wirkt wie eine feste Eintrittsgebühr: Sie zahlen ihn auch dann, wenn Sie wenig Strom verbrauchen. Für einen Vergleich müssen Sie deshalb beide Bestandteile auf dieselbe Zeitspanne bringen.

Beispielrechnung mit frei gewählten Tarifwerten

3.500 kWh × 31 ct/kWh 1.085 €
+ 180 € Jahresgrundpreis 1.265 €
1.265 € ÷ 3.500 kWh 36,14 ct/kWh

Der Wert ist ein Rechenbeispiel, keine aktuelle Preisempfehlung. Boni sind hier nicht berücksichtigt.

Bei wenig Verbrauch zählt der Grundpreis stärker

Ein Grundpreis von 180 Euro entspricht bei 1.000 kWh bereits 18 ct/kWh. Bei 4.000 kWh sind es nur 4,5 ct/kWh. Deshalb kann ein Tarif mit einem etwas höheren Arbeitspreis für eine kleine Wohnung günstiger sein, wenn er eine niedrigere feste Gebühr verlangt.

Bei viel Verbrauch zählt jede Nachkommastelle

Bei Wärmepumpe, Elektroauto oder elektrischer Warmwasserbereitung wächst der Verbrauch deutlich. Dann wirkt sich ein niedriger Arbeitspreis stärker aus als ein kleiner Unterschied beim Grundpreis. Trotzdem bleibt der Jahresgesamtpreis die richtige Vergleichsgröße.

Drei Blickwinkel

Warum ein Strompreisvergleich mehr als eine Zahl braucht

Zwei Angebote können denselben Arbeitspreis nennen und trotzdem unterschiedlich teuer sein. Das liegt an Verbrauch, Wohnort und Vertragsbedingungen. Prüfen Sie deshalb, was über die Laufzeit tatsächlich abgerechnet wird, und schauen Sie nicht nur auf die große Zahl auf der Ergebnisseite.

01

Ihre Rechnung

Sie ist der beste Ausgangspunkt. Übernehmen Sie Verbrauch und Gesamtkosten aus dem letzten Abrechnungszeitraum. Ein Abschlag ist nur eine Vorauszahlung und kann vom späteren Rechnungsbetrag abweichen.

Stromrechnung Schritt für Schritt prüfen
02

Ihre Postleitzahl

Netzentgelte, Messkosten und verfügbare Angebote unterscheiden sich regional. Ein bundesweiter Durchschnitt sagt deshalb nicht, welcher Preis bei Ihnen erreichbar ist. Echte Angebote sehen Sie erst mit Ihrer PLZ.

Stromangebote für die eigene Region vergleichen
03

Ihr Vertrag

Bonus, Preisgarantie, Laufzeit und Kündigungsfrist verändern die Bewertung. Ein Bonus kann den Preis im ersten Jahr drücken, obwohl der laufende Preis im zweiten Jahr deutlich höher ausfällt.

Preisgarantie und Laufzeit im Tarif prüfen

Die Verbraucherzentrale empfiehlt, Boni nicht blind einzurechnen, die voreingestellten Portalfilter zu prüfen und den Preis nach dem ersten Lieferjahr mitzudenken.

Vom Preis zur Entscheidung

In vier Schritten den passenden Tarif erkennen

Bei einem guten Vergleich geht es um eine einfache Frage: Welcher Vertrag hat für meinen Haushalt einen klaren Jahrespreis und ist dabei flexibel genug?

  1. 01

    Verbrauch festhalten

    Starten Sie mit dem abgerechneten Jahresverbrauch. Schätzwerte sind sinnvoll, wenn noch keine Rechnung vorliegt, sollten später aber ersetzt werden.

  2. 02

    Jahreskosten rechnen

    Rechnen Sie Arbeitspreis und Grundpreis zusammen. Vergleichen Sie Angebote immer mit derselben kWh-Menge und nicht nur anhand des Arbeitspreises.

  3. 03

    Boni trennen

    Rechnen Sie den Vertrag einmal mit und einmal ohne Einmalbonus. So erkennen Sie, ob der Tarif auch nach dem ersten Jahr noch passt.

  4. 04

    Bedingungen lesen

    Prüfen Sie Preisgarantie, Laufzeit, Kündigungsfrist, Zahlungsweise und mögliche Messkosten. Ein niedriger Preis hilft wenig, wenn die Bedingungen nicht passen.

In der Grundversorgung gilt eine kurze Kündigungsfrist. Ein regulärer Lieferantenwechsel unterbricht die Versorgung nicht. Wie die einzelnen Optionen funktionieren, erklärt der Beitrag Grundversorgung oder Sondervertrag.

Rechenbeispiel

Was ein Cent Unterschied pro kWh bewirkt

Kleine Preisunterschiede wirken unscheinbar, werden mit jeder verbrauchten Kilowattstunde aber größer. Die folgende Rechnung zeigt nur die Wirkung des Arbeitspreises. Ein Grundpreis, Boni und weitere Vertragsbestandteile kommen separat hinzu.

10 €bei 1.000 kWh pro Jahr
35 €bei 3.500 kWh pro Jahr
50 €bei 5.000 kWh pro Jahr

Wenig Verbrauch oder kleine Wohnung?

Schauen Sie zuerst auf den Grundpreis. Ein niedriger Arbeitspreis kann durch eine hohe feste Gebühr aufgezehrt werden. Der Rechner für Stromkosten in der Wohnung hilft, Haushaltsgröße und Verbrauch zusammen zu bewerten.

Wärmepumpe, Wallbox oder E-Auto?

Bei hohem Verbrauch ist der Arbeitspreis der größere Hebel. Prüfen Sie trotzdem, ob ein eigener Zähler, Messkosten oder ein spezieller Tarif die Rechnung verändert. Mehr dazu lesen Sie bei Wärmepumpenstrom und beim Stromtarif für das Elektroauto.

Was im Preis steckt

Wofür Sie beim Strompreis bezahlen

Der Preis eines Stromtarifs besteht aus mehreren Blöcken. Der Lieferant kalkuliert einen Teil selbst; andere Bestandteile hängen vom Netzgebiet oder gesetzlichen Vorgaben ab. Die Bundesnetzagentur teilt die Preisbestandteile in wettbewerbliche Kosten, Infrastruktur, Steuern sowie Abgaben und Umlagen ein.

Das ist auch für die Preisgarantie wichtig. Viele Garantien sichern vor allem beeinflussbare Kosten wie Beschaffung und Vertrieb ab. Netzentgelte, Steuern, Abgaben und Umlagen können je nach Klausel ausgenommen sein. Lesen Sie deshalb immer, welche Teile tatsächlich geschützt sind. Der ausführliche Ratgeber zur Preisgarantie hilft bei der Prüfung.

Beschaffung, Vertrieb und Marge

Diesen Teil kalkuliert der Lieferant im Wettbewerb. Er hängt unter anderem davon ab, wie der Lieferant seinen Strom einkauft.

Netzentgelte und Messung

Sie finanzieren die Nutzung des Netzes und den Messstellenbetrieb. Die Höhe ist vom Netzgebiet und vom Messkonzept abhängig.

Steuern, Abgaben und Umlagen

Diese Kosten hängen von staatlichen und gesetzlichen Vorgaben ab. Der Stromlieferant hat sie nur teilweise in der Hand.

Grundpreis

Die feste Gebühr fällt unabhängig vom Verbrauch an und muss für den Vergleich auf die kWh umgelegt werden.

Noch unklar?

Häufige Fragen zum Strompreis pro kWh

Missverständnisse entstehen meist, wenn Arbeitspreis, Grundpreis, Durchschnittswerte und echte Angebote durcheinandergeraten. Hier die kurzen Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Was kostet eine Kilowattstunde Strom?

Als grobe Orientierung liegen Haushaltsstrompreise einschließlich des anteiligen Grundpreises häufig bei etwa 30 bis 40 ct/kWh. Günstige Tarife können darunter liegen, die örtliche Grundversorgung oder ungünstige Vertragsbedingungen darüber. Eine feste Zahl gibt es nicht: Für Ihren genauen Preis brauchen Sie Ihre Postleitzahl, Ihren Jahresverbrauch und den vollständigen Tarifpreis.

Was ist der Unterschied zwischen Arbeitspreis und Grundpreis?

Der Arbeitspreis wird für jede verbrauchte Kilowattstunde berechnet und in ct/kWh angegeben. Der Grundpreis ist eine feste Gebühr pro Monat oder Jahr. Für den echten Preis pro kWh teilen Sie den Jahresgrundpreis durch Ihren Jahresverbrauch und addieren das Ergebnis zum Arbeitspreis.

Wie berechne ich meinen effektiven Strompreis pro kWh?

Multiplizieren Sie Ihren Jahresverbrauch mit dem Arbeitspreis und addieren Sie den Jahresgrundpreis. Teilen Sie die Gesamtkosten anschließend durch die verbrauchten Kilowattstunden. Bei 3.500 kWh, 31 ct/kWh und 180 Euro Grundpreis ergeben sich 1.265 Euro im Jahr beziehungsweise rund 36,14 ct/kWh.

Warum ist mein Strompreis höher als ein Durchschnittswert?

Durchschnittswerte beruhen auf einem bestimmten Verbrauch, Tariftyp und Stichtag. Ihr Preis hängt zusätzlich vom Netzgebiet, Ihrem Vertrag, dem Verbrauch, der Preisgarantie, dem Grundpreis und möglichen Boni ab. Ein Bundeswert ist deshalb nur eine Orientierung und ersetzt keinen Vergleich mit Ihrer Postleitzahl.

Enthält der Strompreis bereits Steuern und Netzentgelte?

Der auf der Rechnung ausgewiesene Tarifpreis enthält normalerweise die für Haushalte relevanten Kostenbestandteile wie Beschaffung, Vertrieb, Netzentgelte, Messung, Steuern, Abgaben und Umlagen. Prüfen Sie trotzdem das Preisblatt: Bei digitalen Zählern können Messkosten je nach Vertrag separat berechnet werden.

Ist die Grundversorgung beim Strom immer teurer?

Die Grundversorgung ist ein örtlicher Tarif und deshalb nicht bundesweit gleich. Sie ist häufig teurer als ein passender Sondervertrag, aber ein pauschales Urteil ersetzt den Preisvergleich vor Ort nicht. Entscheidend sind die vollständigen Jahreskosten, die Kündigungsfrist und die Bedingungen des neuen Vertrags.

Was bedeuten 1 ct/kWh Unterschied im Jahr?

Ein Unterschied von 1 ct/kWh entspricht bei 1.000 kWh Jahresverbrauch 10 Euro, bei 3.500 kWh 35 Euro und bei 5.000 kWh 50 Euro pro Jahr. Der Grundpreis kommt separat hinzu. Bei einem hohen Verbrauch wirkt sich der Arbeitspreis daher besonders stark aus.

Sind Ökostromtarife pro kWh automatisch teurer?

Nein. Ökostromtarife können preislich ähnlich, günstiger oder teurer als andere Angebote sein. Vergleichen Sie den Gesamtpreis und prüfen Sie zusätzlich Stromkennzeichnung, Herkunftsnachweise und gegebenenfalls ein unabhängiges Label. Der Tarifname allein sagt wenig darüber aus, was tatsächlich dahintersteckt.

Sind dynamische Stromtarife günstiger pro kWh?

Nicht automatisch. Bei einem dynamischen Tarif verändert sich der Arbeitspreis mit den Börsenpreisen. Das kann sich lohnen, wenn Sie einen Teil Ihres Verbrauchs verschieben können, etwa beim Laden eines E-Autos. In teuren Marktphasen steigt der Preis aber ebenfalls. Rechnen Sie Grundpreis und Messkosten mit ein und überlegen Sie, wie viel Preisrisiko Sie tragen möchten.

Worauf sollte ich beim Tarifvergleich neben dem Preis achten?

Prüfen Sie Laufzeit, Kündigungsfrist, Preisgarantie, Zahlungsweise, Messkosten und die Kosten nach dem ersten Vertragsjahr. Rechnen Sie Boni getrennt und verlassen Sie sich nicht nur auf den niedrigsten Erstjahrespreis. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, Vergleichsportale bewusst zu filtern und Vertragsdaten beim Anbieter abzugleichen.

Weiterlesen und nachprüfen

Quellen zum Strompreis

Marktpreise ändern sich. Definitionen, Preisbestandteile und Verbraucherhinweise bleiben als Grundlage aber nützlich. Mit diesen Quellen können Sie einen Wert besser verstehen und ein Angebot kritisch prüfen.

So wählen wir Quellen und prüfen Zahlen

Redaktion

Angaben zum Beitrag

Autorenprofil
Autor
Tom Trögler
Veröffentlicht
Zuletzt fachlich geprüft
Verantwortliche Prüfung
Tom Trögler, StromWolf-Redaktion

Quellen sind an den jeweiligen Aussagen verlinkt. Wie wir Quellen auswählen, Zahlen bewerten und Rechner prüfen, steht unter Quellen und Methodik.

Wenn Ihnen ein fachlicher Fehler, eine unklare Aussage oder eine veraltete Angabe auffällt, schreiben Sie bitte an [email protected]. Nennen Sie dabei möglichst die URL, die genaue Stelle und eine verlässliche Quelle.

Passende Ratgeber

Mehr zum Thema

Alle Ratgeber ansehen

Nächster Schritt

Tarife mit Ihren eigenen Werten vergleichen

Mit Postleitzahl und Jahresverbrauch sehen Sie, welche Tarife bei Ihnen verfügbar sind und was sie im Jahr kosten.