Kostenpfad statt Bauchgefühl
E-Auto-Stromkosten realistisch berechnen
Was kostet eine Fahrt mit dem Elektroauto wirklich? Entscheidend ist nicht nur, was der Bordcomputer anzeigt. Jahreskilometer, Fahrzeugverbrauch, Ladeverluste, Heimladeanteil und öffentliche Ladepreise bestimmen gemeinsam, was am Ende auf Ihrer Stromrechnung steht.
Rechnen Sie zuerst mit Ihren Mess- oder Vertragswerten. Danach sehen Sie, ob Haushaltsstrom, separater Autostrom, Photovoltaik oder ein dynamischer Tarif zu Ihrem Ladealltag passt.
Startwerte im Rechner
Ein Beispiel, das Sie nachvollziehen können
Die Voreinstellungen zeigen nur eine Rechenstrecke. Ersetzen Sie sie durch Ihre eigenen Werte – am besten durch den Netzbezug, den Wallbox oder Zähler ausweisen.
Der Haushaltsstrom-Startwert von 37,63 ct/kWh stammt aus dem hinterlegten Strompreis-Datenpunkt für August 2026; Datenstand: 8. September 2026. Er ist kein persönliches Angebot und keine Preisprognose.
1. Ihre Werte einsetzen
Erst rechnen, dann den Tarif beurteilen
Tragen Sie Ihre jährliche Fahrleistung, den Verbrauch und den Anteil des Heimladens ein. Wenn Sie bereits eine Wallbox haben, nehmen Sie den gemessenen Netzbezug aus der App oder vom separaten Zähler. So wird aus einer groben Schätzung eine Rechnung, die zu Ihrem Alltag passt.
Interaktiver Rechner
E-Auto-Ladekosten aus Fahrleistung und Strompreis berechnen
Ermitteln Sie Heimladen, öffentliches Laden und die jährlichen Gesamtkosten. Ladeverluste und unterschiedliche Preise bleiben sichtbar.
Rechenweg und Grenzen anzeigen
- Fahrstrom = Jahreskilometer × Verbrauch ÷ 100.
- Der Heimbezug enthält den eingegebenen Ladeverlust; öffentliches Laden wird mit der Fahrzeugenergie gerechnet.
- Der separate Tarif enthält Arbeitspreis, Grundpreis und zusätzliche Messkosten. Einmalige Umbauten sind nicht enthalten.
- Die Wallbox wird nur bei der optionalen Jahresrate berücksichtigt. Finanzierung, Reparaturen und Förderungen sind nicht automatisch enthalten.
- Die Preise sind Beispiel- oder Vertragswerte. Für ein konkretes Angebot prüfen Sie zusätzlich Zählerkonzept, § 14a EnWG und die Bedingungen des Ladepunkts.
Nächster Schritt
Passt der Haustarif noch zu Ihrem Ladeprofil?
Wenn Sie Ihren zusätzlichen Jahresverbrauch kennen, können Sie passende Stromtarife nach Arbeitspreis und Grundpreis vergleichen. Öffnen Sie den Vergleich mit Ihren tatsächlichen Haushalts- und Ladekilometern im Hinterkopf.
2. Die Rechnung verstehen
Welche Zahl gehört in welche Formel?
Ein E-Auto verbraucht nicht automatisch eine feste Strommenge pro Jahr. Die Kilometerleistung bildet den Ausgangspunkt; der Verbrauch pro 100 Kilometer übersetzt Ihr Fahrprofil in Energie. Erst danach kommen Ladeort und Tarif hinzu.
-
01
Fahrstrom ermitteln
Bei 15.000 km und 18,0 kWh je 100 km sind es 2.700 kWh Fahrstrom. Nutzen Sie für eine belastbare Prognose nicht nur den Prospektwert, sondern einen realistischen Durchschnitt aus Ihrem Fahrprofil.
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02
Heimladen um Verluste ergänzen
Der Anteil zu Hause wird mit dem Ladeverlust erhöht, weil die Energie aus dem Netz nicht vollständig im Akku landet. Genau deshalb kann der Zähler mehr zeigen als die Verbrauchsanzeige im Auto.
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03
Jeden Ladeort einzeln bewerten
Heimstrom und öffentliches Laden haben oft unterschiedliche Preise. Beim öffentlichen Durchschnitt gehören Start-, Zeit- und Blockierentgelte in die Kalkulation, sobald sie bei Ihren Ladepunkten anfallen.
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04
Fixkosten nicht vergessen
Grundpreis, Messstellenbetrieb, Steuerung und eine mögliche Wallbox-Investition können einen günstigen Arbeitspreis wieder einholen. Für die faire Entscheidung zählen daher Jahreskosten und nicht nur Centbeträge in der Tarifübersicht.
Der Rechner zeigt die zusätzlichen Ladekosten. Für die vollständige Haushaltsrechnung mit Grundpreis und Abschlag hilft der separate Stromkosten-Rechner.
3. Ein Wert zum Einordnen
Was kostet das E-Auto auf 100 Kilometer?
Mit den Startwerten ergeben sich 1.212,69 € jährliche Ladekosten beziehungsweise 8,08 € je 100 Kilometer. Darin stecken Heimladen zu 37,63 ct/kWh, öffentliches Laden zu 59,00 ct/kWh und der angenommene Ladeverlust zu Hause.
- Heimladen
- 894,09 € 2.376 kWh Netzbezug
- Öffentliches Laden
- 318,60 € 540 kWh Fahrstrom
- Gesamt
- 1.212,69 € ohne Wallbox-Investition
Warum dieser Wert nicht für jedes Auto gilt
Ein Kompaktwagen mit wenig Autobahnanteil kann deutlich weniger verbrauchen als ein schweres Fahrzeug mit hohem Tempo. Winter, Heizung, Dachträger, Reifen und Zuladung wirken direkt auf die Kilometerkosten. Ändern Sie deshalb im Rechner nicht nur den Strompreis, sondern auch Fahrleistung und Verbrauch.
4. Die unsichtbare Position
Ladeverluste: Warum der Zähler mehr zählt
Die Anzeige im Auto beschreibt meist den Energieverbrauch während der Fahrt. Beim Laden kommen Umwandlungsverluste, Nebenverbraucher und Verluste in Kabel und Akku hinzu. Bezahlt wird jedoch die Energie, die aus dem Netz oder der Ladesäule entnommen wird. Für Ihre Kostenrechnung ist deshalb der Netzbezug die bessere Grundlage.
Bordcomputer
Er zeigt den Fahrverbrauch und hilft beim Vergleichen von Strecken. Für eine Stromrechnung reicht dieser Wert allein nicht, weil der Weg von der Steckdose bis zur Batterie darin nicht vollständig enthalten sein muss.
Wallbox oder Zähler
Hier sehen Sie, was tatsächlich abgerechnet wird. Wenn Ihre Wallbox den Bezug protokolliert, tragen Sie diesen Wert als Kontrollgröße ein und ersetzen die Voreinstellung für Ladeverluste durch Ihren eigenen Durchschnitt.
Eine aktuelle ADAC-Messung mit fünf E-Autos zeigt die Größenordnung: An einer 11-kW-Wallbox lagen die Ladeverluste im Test zwischen 5,1 und 7,0 %. An der Haushaltssteckdose waren es bei denselben Versuchsreihen 12,7 bis 24,2 %. Das sind Messwerte dieser Fahrzeuge und Bedingungen, keine Garantie für Ihr Modell. Die vollständige Versuchsanordnung und weitere Ladearten beschreibt die ADAC-Messung zu Ladeverlusten.
Die Steckdose ist keine gute Vergleichsbasis
Eine normale Haushaltssteckdose kann für einzelne Notladungen sinnvoll sein, ist aber für regelmäßiges Laden über viele Stunden nicht die komfortabelste und sicherste Lösung. Die Bundesnetzagentur empfiehlt für das Laden zu Hause eine fachgerecht installierte Wallbox. Lassen Sie die Hausinstallation vor der Nutzung prüfen.
5. Den Lade-Mix richtig ansetzen
Zu Hause, öffentlich oder mit Photovoltaik?
Der Ladeort entscheidet nicht nur über den Preis, sondern auch über Planbarkeit und Komfort. Ein Fraunhofer-ISI-Arbeitspapier wertet deutsche Erhebungen zum Ladeverhalten aus und beschreibt das Laden zu Hause als häufigsten Ladeort; in den ausgewerteten Erhebungen entfällt darauf mindestens etwa die Hälfte der Ladevorgänge. Der eigene Ladealltag kann davon abweichen – genau deshalb lässt sich der Anteil im Rechner ändern. Zur Fraunhofer-ISI-Auswertung zum Laden in Deutschland
Heimladen
Haushaltsstrom ist meist einfach abzurechnen: Ihr Stromvertrag und der Wallbox- oder Zählerwert gehören zusammen. Prüfen Sie trotzdem Ladeverluste und den zusätzlichen Jahresverbrauch. Bei einem höheren Gesamtverbrauch kann ein Tarifwechsel stärker wirken als ein kleiner Rabatt auf den Ladestrom.
Öffentliche Ladepunkte
Setzen Sie nicht nur den sichtbaren kWh-Preis an. Je nach Anbieter kommen Start- oder Grundgebühren sowie Zeit- und Blockierentgelte hinzu. Die Verbraucherzentrale erklärt die verschiedenen Abrechnungsmodelle und rät, die Bedingungen vor dem Start zu prüfen. Tipps der Verbraucherzentrale zum Laden unterwegs
Photovoltaik
Solarstrom reduziert den Netzbezug, hat aber einen Wert: Eine selbst genutzte Kilowattstunde kann nicht eingespeist werden. Vergleichen Sie daher den entgangenen Einspeiseerlös mit dem vermiedenen Netzpreis. Für Ladefenster, Überschussladen und Reststrom hilft der Ratgeber zu PV mit Wallbox.
6. Die passende Tariflogik
Haushaltsstrom, Autostrom oder dynamischer Tarif?
Es gibt keinen Tariftyp, der für jedes E-Auto und jeden Stellplatz am günstigsten ist. Entscheidend ist, wie viel Sie zu Hause laden, ob ein zweiter Zähler nötig wäre und ob Sie Ladezeiten verschieben können.
Haushaltsstrom
Die einfache Standardlösung
Ein Vertrag und meist ein Zähler halten die Abrechnung übersichtlich. Diese Lösung passt oft, wenn Sie wenig zu Hause laden, keinen zweiten Zähler möchten oder Ihr aktueller Arbeitspreis bereits konkurrenzfähig ist.
Prüfen: zusätzlicher Jahresverbrauch, Grundpreis und Preisgarantie.
Separater Autostrom
Nur mit Break-even-Rechnung
Ein eigener Arbeitspreis kann attraktiv sein, wenn Sie viel zu Hause laden. Der Preisvorteil muss jedoch Grundpreis, Messkosten, mögliche Steuerung und den Aufwand für den Zähler übertreffen. Der Rechner zeigt Ihnen den Schnittpunkt für Ihre Menge.
Prüfen: Zählerkonzept, Netzentgelt, Messstellenbetrieb und Umbau.
Dynamischer Tarif
Interessant bei flexiblem Laden
Der Arbeitspreis folgt kurzfristigen Marktpreisen. Das kann zum E-Auto passen, wenn Ihr Fahrzeug lange steht und eine App oder Wallbox automatisch günstige Zeitfenster nutzt. Schwankungen und zusätzliche Preisbestandteile bleiben Ihr Risiko.
Prüfen: intelligentes Messsystem, Automation, Mindestladestand und Aufschläge.
Die ausführliche Gegenüberstellung finden Sie im Vergleich der Stromtarife fürs Elektroauto.
7. Der wichtigste Tariftest
Wann lohnt sich ein separater Ladetarif?
Ein niedriger Arbeitspreis klingt überzeugend, sagt aber noch nicht, ob der zweite Anschluss wirtschaftlich ist. Rechnen Sie den Vorteil nur auf die Kilowattstunden an, die tatsächlich über den separaten Zähler laufen. Der öffentliche Ladeanteil bleibt unverändert.
Mit den Startwerten fließen 2.376 kWh pro Jahr aus dem Netz in das Heimladen. Beim Haushaltsstrom zu 37,63 ct/kWh kostet dieser Anteil rund 894,09 €. Der separate Arbeitspreis von 25,00 ct/kWh senkt die variablen Kosten auf 594,00 €. Nach 230 € Grund- und Messkosten bleiben rund 70,09 € Vorteil pro Jahr.
Der Break-even in dieser Beispielrechnung
Der Preisabstand trägt die Fixkosten erst ab etwa 1.821 kWh Heimbezug pro Jahr. Liegt Ihr tatsächlicher Heimbezug darunter, ist der einfache Haushaltsstromtarif trotz höherem Arbeitspreis möglicherweise günstiger. Umbaukosten und Finanzierung sind in diesem Beispiel noch nicht enthalten.
Für Wallbox, Zähler und Investitionskosten können Sie zusätzlich den Wallbox-Stromkosten-Rechner nutzen.
8. Anschluss und Netzentgelt
§ 14a EnWG: Was eine neue Wallbox verändert
Die Regeln für steuerbare Verbrauchseinrichtungen betreffen den Netzanschluss und die Netzentgelte. Sie sind nicht dasselbe wie der Arbeitspreis Ihres Stromlieferanten. Diese Trennung ist wichtig, wenn Sie mit einem separaten Autostromtarif rechnen.
Die Schwelle im Überblick
Eine private Wallbox mit mehr als 4,2 kW Netzanschlussleistung, die seit dem 1. Januar 2024 in der Niederspannung in Betrieb genommen wurde, fällt grundsätzlich unter die Regeln des § 14a EnWG. Sie müssen die Ladeeinrichtung beim Netzbetreiber melden und eine netzorientierte Steuerung ermöglichen.
Bei einer konkreten Überlastung darf der Netzbetreiber den Bezug der steuerbaren Einrichtung vorübergehend reduzieren. Die Bundesnetzagentur nennt eine Mindestleistung von 4,2 kW; Ihr E-Auto lädt dann weiter, nur möglicherweise langsamer. Der normale Haushaltsstrom ist von dieser Steuerung nicht betroffen. Im Gegenzug gibt es eine Reduzierung des Netzentgelts nach dem gewählten Modell.
Ein separater Zähler ist nicht in jedem Fall Pflicht. Er wird relevant, wenn Sie ein Modell mit getrennter Messung und reduzierter Netzentgeltabrechnung nutzen. Ob sich das lohnt, hängt von Ladevolumen, regionalen Netzentgelten und Messkosten ab. Lesen Sie vor der Bestellung die FAQ der Bundesnetzagentur zur privaten Wallbox und die Erläuterungen zu steuerbaren Verbrauchseinrichtungen.
9. Zeit statt nur Preis
Dynamischer Tarif: Flexibles Laden ist der eigentliche Hebel
Ein dynamischer Tarif wird nicht dadurch günstig, dass der Börsenpreis einmal niedrig ist. Der Vorteil entsteht, wenn Sie regelmäßig in günstige Stunden verschieben können und der Endpreis inklusive Aufschlägen, Grundpreis und Messkosten passt. Seit 2025 müssen Stromlieferanten mindestens einen dynamischen Tarif anbieten; für die zeitgenaue Abrechnung benötigen Sie ein intelligentes Messsystem.
Passt das zu Ihrem Alltag?
- Das Auto steht oft mehrere Stunden, bevor Sie es wieder brauchen.
- Wallbox oder Fahrzeug können automatisch auf ein Ladefenster reagieren.
- Ein Mindestladestand bleibt auch bei teuren Stunden gewährleistet.
- Sie kennen neben dem Börsenpreis auch Aufschläge, Grundpreis und Messkosten.
- Sie akzeptieren, dass die monatlichen Kosten schwanken können.
Prüfen Sie zuerst, ob die Technik zuverlässig funktioniert. Ein Tarif, der theoretisch günstige Stunden nutzt, hilft wenig, wenn das Auto morgens nicht geladen ist oder die App-Verbindung ausfällt. Die Bundesnetzagentur erklärt intelligente Messsysteme und dynamische Tarife. Eigene Annahmen können Sie im Simulator für dynamische Stromtarife testen.
10. Praktisch sparen
So senken Sie die Ladekosten ohne Schönrechnen
Die größten Hebel liegen oft im Ladeverhalten und in einer sauberen Jahresrechnung. Kleine Änderungen wirken erst dann, wenn sie viele geladene Kilowattstunden erreichen.
- Netzbezug messen. Vergleichen Sie den Zähler- oder Wallboxwert mit der Anzeige im Fahrzeug. So erkennen Sie Ihre echten Ladeverluste.
- Heimladeanteil realistisch eintragen. Wer regelmäßig am Arbeitsplatz oder unterwegs lädt, sollte nicht mit 100 % Heimladen rechnen.
- Öffentliche Preise vor dem Start prüfen. Achten Sie auf kWh-Preis, Grundgebühr, Startentgelt und Blockiergebühr. Die günstigste App ist nicht an jedem Ladepunkt die günstigste Wahl.
- Fixkosten annualisieren. Teilen Sie einmalige Wallbox- und Installationskosten durch einen realistischen Nutzungszeitraum. Finanzierung und Reparaturen gehören separat in die Rechnung.
- PV nach dem Ladefenster planen. Überschussladen senkt Netzbezug, funktioniert aber nur, wenn Auto, Wallbox und Solarüberschuss zeitlich zusammenpassen.
- Einmal im Jahr nachrechnen. Fahrleistung, Fahrzeug, Stromtarif und öffentliche Ladepreise ändern sich. Aktualisieren Sie die Werte, statt mit einer alten Schätzung weiterzulaufen.
11. Vor dem Wechsel
Checkliste für Stromtarif und Wallbox
Halten Sie diese Angaben bereit, bevor Sie Angebote vergleichen oder einen zweiten Anschluss beauftragen. Das spart Rückfragen und macht die Angebote vergleichbar.
- Jahreskilometer und realistischer Verbrauch in kWh je 100 km
- Gemessener Netzbezug an Wallbox oder Zähler
- Anteil von Heimladen, Arbeitsplatz, Schnellladen und sonstigen Ladepunkten
- Effektiver Preis öffentlicher Ladepunkte inklusive Zusatzgebühren
- Arbeitspreis, Grundpreis, Preisgarantie und Vertragslaufzeit
- Vorhandener oder zusätzlicher Zähler sowie Messstellenentgelt
- Wallbox-, Installations- und mögliche Umbaukosten
- PV-Ertrag, Einspeisewert und geplante Ladezeiten
- Voraussetzungen für § 14a EnWG und die gewählte Netzentgeltreduzierung
Fragen aus der Praxis
Häufige Fragen zu E-Auto-Stromkosten
Die wichtigsten Annahmen kurz erklärt – mit den Grenzen, die bei einer individuellen Rechnung den Unterschied machen.
Wie berechne ich die Stromkosten eines E-Autos?
Multiplizieren Sie Ihre Jahreskilometer mit dem Verbrauch in kWh je 100 km und teilen Sie durch 100. Das ergibt die Fahrstrommenge. Für den Heimladeanteil ergänzt der Rechner die eingegebenen Ladeverluste. Anschließend werden Heimladen und öffentliches Laden mit den jeweiligen Preisen bewertet. Ein separater Ladetarif wird erst nach Grundpreis und zusätzlichen Messkosten beurteilt.
Was kostet ein E-Auto pro 100 Kilometer?
Das hängt von Verbrauch, Ladeort und Preis ab. Mit den Startwerten dieses Rechners ergeben sich rund 8,08 € je 100 Kilometer. Das ist eine Beispielrechnung mit 15.000 km Jahresfahrleistung, 18,0 kWh je 100 km, 80 % Heimladen und öffentlichen Ladekosten von 59,00 ct/kWh.
Sind Ladeverluste im Rechner enthalten?
Ja. Für das Laden zu Hause wird der Heimladeanteil um den eingegebenen Ladeverlust erhöht. Der Startwert beträgt 10 %, bleibt aber editierbar. Beim öffentlichen Laden setzt das Modell die Fahrzeugenergie mit Ihrem effektiven Preis pro kWh an. Zeit-, Start- und Blockierentgelte müssen Sie deshalb in einen realistischen Durchschnittspreis einrechnen.
Wie viel Strom braucht ein E-Auto im Jahr?
Die Fahrstrommenge ergibt sich aus Jahreskilometern und Verbrauch. Bei 15.000 km und 18,0 kWh je 100 km sind es 2.700 kWh Fahrstrom. Der tatsächliche Netzbezug liegt beim Heimladen wegen der Verluste höher. Temperatur, Geschwindigkeit, Reifen, Beladung und das Fahrprofil verändern den Wert.
Lohnt sich ein separater Autostromtarif?
Nur wenn der Preisvorteil die festen Zusatzkosten übersteigt. In der Beispielrechnung kostet der Heimbezug im Haushaltsstrom rund 894,09 €. Der separate Arbeitspreis kostet 594,00 €; mit 230 € Grund- und Messkosten sind es 824,00 €. Der rechnerische Vorteil beträgt damit rund 70,09 € pro Jahr, bevor mögliche Umbaukosten berücksichtigt werden.
Ist Laden an der Wallbox günstiger als an der Steckdose?
Eine Wallbox kann durch höhere Ladeleistung und geringere Verluste günstiger sein. Der ADAC hat 2026 bei fünf Testfahrzeugen an einer 11-kW-Wallbox Verluste von 5,1 bis 7,0 % gemessen; an der Haushaltssteckdose lagen die Werte in diesem Test bei 12,7 bis 24,2 %. Die Ergebnisse sind keine pauschale Zusage für jedes Auto, zeigen aber, warum der Messwert am Zähler wichtiger ist als die Anzeige im Fahrzeug.
Brauche ich für eine Wallbox einen separaten Stromzähler?
Nicht automatisch. Die Bundesnetzagentur weist darauf hin, dass eine Wallbox nicht zwingend über einen separaten Zähler angeschlossen werden muss. Ein separater Zählpunkt wird vor allem dann relevant, wenn Sie ein Modell mit gesonderter Messung und reduziertem Netzentgelt nutzen möchten. Lassen Sie das Zählerkonzept vor der Installation vom Netzbetreiber und einem eingetragenen Installationsbetrieb prüfen.
Was bedeutet § 14a EnWG für das E-Auto?
Private Wallboxen mit mehr als 4,2 kW Netzanschlussleistung, die seit dem 1. Januar 2024 in der Niederspannung in Betrieb genommen wurden, fallen grundsätzlich unter die Regeln für steuerbare Verbrauchseinrichtungen. Der Netzbetreiber kann den Bezug bei einer konkreten Netzüberlastung vorübergehend begrenzen. Dafür ist eine Mindestleistung von 4,2 kW vorgesehen; der übrige Haushaltsstrom bleibt unberührt.
Wann passt ein dynamischer Stromtarif zum E-Auto?
Ein dynamischer Tarif kann passen, wenn das Auto regelmäßig lange genug steht, die Wallbox oder das Fahrzeug automatisch laden kann und Sie Preisschwankungen akzeptieren. Für die zeitgenaue Abrechnung brauchen Sie ein intelligentes Messsystem. Prüfen Sie neben dem Börsenpreis auch Grundpreis, Messkosten, Aufschläge und die Frage, ob das Auto zu Ihrer Abfahrtszeit zuverlässig geladen ist.
Wie wird Solarstrom beim Laden berücksichtigt?
Solarstrom senkt den Netzbezug, ist aber nicht kostenlos: Eine selbst genutzte Kilowattstunde kann nicht eingespeist werden. Für eine faire Rechnung vergleichen Sie deshalb den Wert der Einspeisung mit dem vermiedenen Netzbezug und berücksichtigen zusätzliche Kosten für Energiemanagement, Speicher oder eine PV-Erweiterung.
Nachlesen und nachprüfen
Quellen, Datenstand und Grenzen
Marktpreise, Messwerte und Rechtsregeln ändern sich. Der Rechner macht deshalb seine Annahmen sichtbar und lässt sie bearbeiten. Die folgenden Quellen helfen dabei, die wichtigsten Bestandteile einzuordnen. Eine individuelle Elektroplanung oder Rechtsberatung ersetzt dieser Ratgeber nicht.
- ADAC: Ladeverluste beim Elektroauto messen
- Fraunhofer ISI: Laden von Elektrofahrzeugen in Deutschland
- Bundesnetzagentur: FAQ zur privaten Wallbox
- Bundesnetzagentur: Preise und Abrechnung an öffentlichen Ladepunkten
- Bundesnetzagentur: intelligente Messsysteme und dynamische Tarife
- Verbraucherzentrale: öffentliche Ladetarife verstehen
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