Ökostrom-Rechner: Jahreskosten und Tarifqualität prüfen
Vergleichen Sie Ihren aktuellen Tarif mit einem Ökostromangebot anhand von Arbeitspreis, Grundpreis und Verbrauch. Herkunftsnachweise, Labelkriterien und Vertragsbedingungen prüfen Sie anschließend getrennt.
Grundlage sind Ihre Eingaben sowie Informationen des Umweltbundesamts zu Herkunftsnachweisen und Stromkennzeichnung. Das Ergebnis ist ein Kostenvergleich, keine Berechnung einer individuellen Klimawirkung.
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Der Rechner zeigt den Preisunterschied. Der echte Tarifvergleich zeigt, welche Angebote an Ihrer Adresse verfügbar sind und welche Vertragsbedingungen gelten.
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Das Wichtigste in Kürze
- Ökostrom kann günstiger, gleich teuer oder teurer sein. Entscheidend sind Jahreskosten, nicht nur der Arbeitspreis.
- Herkunftsnachweise sichern die erneuerbare Eigenschaft einer Strommenge, ersetzen aber kein strenges Ökostrom-Label.
- Der physische Strom aus der Steckdose bleibt Netzstrommix. Der Tarif entscheidet über Herkunftsnachweise und Förderwirkung.
- Prüfen Sie, welche Anforderungen ein Label stellt und wie der Anbieter Beschaffung und Investitionen transparent belegt.
Wie der Ökostrom-Rechner arbeitet
Der Rechner vergleicht Ihren aktuellen Arbeitspreis mit einem möglichen Ökostromtarif. Zusätzlich berücksichtigt er, ob der neue Tarif einen höheren oder niedrigeren Grundpreis hat. So sehen Sie die echte Jahresdifferenz. Viele Haushalte schauen nur auf Cent pro Kilowattstunde und übersehen, dass ein niedriger Grundpreis bei geringem Verbrauch wichtiger sein kann als ein minimal günstigerer Arbeitspreis.
Warum der Rechner keine CO₂-Ersparnis ausgibt
Ein Tarifwechsel lässt sich nicht seriös in eine persönliche, sofort vermiedene CO₂-Menge umrechnen. Physikalisch beziehen alle Haushalte Strom aus demselben Netz; der Vertrag regelt die bilanzielle Zuordnung erneuerbarer Strommengen über Herkunftsnachweise.
Herkunftsnachweise verhindern die doppelte Vermarktung der erneuerbaren Eigenschaft. Einen zusätzlichen Beitrag zum Ausbau können weitergehende Tarif- oder Labelkriterien vorsehen; deren konkreten Umfang sollten Sie prüfen.
Herkunftsnachweise verständlich erklärt
Herkunftsnachweise sind Zertifikate für Strom aus erneuerbaren Energien. Das Umweltbundesamt erklärt, dass sie sicherstellen, dass die Eigenschaft „produziert aus erneuerbaren Energien“ nicht mehrfach verkauft werden kann. Sie können aber unabhängig vom physischen Strom gehandelt werden. Deshalb reicht „100 % Ökostrom“ allein nicht immer als Qualitätsmerkmal.
Herkunft
100 % erneuerbare Herkunft mit transparenten Herkunftsländern und nachvollziehbarer Stromkennzeichnung.
Zusatzkriterien
Tarif mit anerkanntem Label und Kriterien für zusätzlichen Ausbau erneuerbarer Energien.
Prüfen
Tarifangaben ohne nachvollziehbare Herkunft, Kriterien oder unabhängige Prüfung vor dem Abschluss klären.
Beispiel: 3.500 kWh Jahresverbrauch
Ein Haushalt mit 3.500 kWh zahlt bei 34,9 ct/kWh rechnerisch 1.221,50 € reine Arbeitspreiskosten. Liegt ein Ökostromtarif bei 35,9 ct/kWh und der Grundpreis bleibt gleich, kostet der Wechsel 35 € mehr im Jahr, also knapp 3 € pro Monat. Ist der Ökostromtarif beim Grundpreis 4 € pro Monat günstiger, wäre er trotz höherem Arbeitspreis insgesamt günstiger.
Wann ein Ökostromangebot zu Ihren Kriterien passt
- Wenn der Ökostromtarif gleiche oder niedrigere Jahreskosten hat als Ihr aktueller Tarif.
- Wenn der Anbieter transparente Herkunftsnachweise und ein anerkanntes Label bietet.
- Wenn Sie ohnehin wechseln können, weil Mindestlaufzeit oder Preisgarantie bald auslaufen.
- Wenn Sie Wärmepumpe, E-Auto oder hohen Haushaltsverbrauch haben und dadurch jede Cent-Differenz stärker wirkt.
Kosten und ökologische Qualität getrennt bewerten
Der Rechner beantwortet eine Kostenfrage: Wie verändert sich Ihre Jahresrechnung, wenn sich Arbeitspreis oder Grundpreis ändern? Ob ein Tarif ökologisch nachvollziehbar ist, lässt sich nicht aus einer Cent-Differenz ablesen. Prüfen Sie deshalb nach dem Rechnen die Unterlagen des konkreten Angebots. So vermeiden Sie, dass ein günstiger Preis als Qualitätsbeweis oder ein Aufschlag als automatische Wirkung missverstanden wird.
Im Rechner prüfen
- Jahresverbrauch in kWh
- Arbeitspreis und Grundpreis brutto
- Bonus nur bei sicher erfüllten Bedingungen
- Ergebnis für erstes Jahr und Folgejahr
Im Tarifblatt prüfen
- Herkunftsnachweise und Stromkennzeichnung
- Label, Prüfstelle und konkrete Kriterien
- Zusätzlicher Ausbau oder andere festgelegte Wirkung
- Preisgarantie, Laufzeit und Kündigungsfrist
Eine Entscheidung in drei Schritten
- Ermitteln Sie die vollständigen Jahreskosten mit einem Verbrauch, der zu Haushalt, Wärmepumpe oder Elektroauto passt.
- Lesen Sie die Herkunfts- und Labelangaben direkt beim konkreten Tarif. Verlinkt ein Anbieter nur auf allgemeine Aussagen, fragen Sie nach dem Produktnachweis.
- Wählen Sie nur dann einen Aufpreis, wenn Sie die zusätzlichen Kriterien verstehen und sie zu Ihrer eigenen Entscheidung passen.
Die beiden Ratgeber Herkunftsnachweis für Ökostrom und Ökostrom-Greenwashing erkennen helfen bei der zweiten Prüfstufe. Dort geht es um die Aussage hinter dem Tarifnamen, nicht nur um das Ergebnis des Kostenrechners.
Warum der Monatsbetrag allein täuscht
Ein kleiner monatlicher Unterschied kann über das Jahr und bei einem höheren Verbrauch deutlich größer werden. Umgekehrt kann ein höherer Arbeitspreis durch einen niedrigeren Grundpreis ausgeglichen werden. Rechnen Sie daher nicht mit dem beworbenen Monatsbetrag, sondern mit der Summe aus Arbeitspreis, Grundpreis und sicher erreichbaren Vergünstigungen. Prüfen Sie zusätzlich, ob der Abschlag auf zwölf Zahlungen verteilt wird und ob sich der Preis nach einer Garantie oder Mindestlaufzeit verändert.
- Ergebnis mit dem aktuellen Jahresverbrauch und einer realistischen Verbrauchsreserve gegenrechnen.
- Preisgarantie und ausgenommene Bestandteile im Preisblatt markieren.
- Erstes Vertragsjahr und Folgejahr getrennt notieren, bevor Sie den Wechsel entscheiden.
Welche Eingaben das Ergebnis besonders verändern
Der Arbeitspreis wirkt bei jedem verbrauchten Kilowatt direkt auf die Jahreskosten. Je höher Ihr Verbrauch, desto stärker fällt schon ein kleiner Preisabstand ins Gewicht. Der Grundpreis wirkt dagegen unabhängig vom Verbrauch und kann deshalb bei einer kleinen Wohnung oder einem niedrigen Jahresverbrauch den größeren Anteil der Differenz ausmachen.
Testen Sie im Rechner neben Ihrem Standardwert mindestens ein niedrigeres und ein höheres Verbrauchsszenario. Bei einer Wärmepumpe oder einem Elektroauto sollte die erwartete Zusatzmenge getrennt betrachtet werden. Ziehen Sie Boni nur ab, wenn Mindestlaufzeit, Zahlungsweise und Belieferungsbedingungen sicher erfüllt werden. So erhalten Sie eine Entscheidung, die nicht an einer einzigen optimistischen Eingabe hängt.
Praktische Reihenfolge
Erst Verbrauch und vollständige Jahreskosten rechnen, dann Preisgarantie und Laufzeit lesen und zuletzt Herkunft, Label und Zusatzkriterien bewerten. Jede Stufe beantwortet eine andere Frage.
Quellen
Die Preiseingaben sind bewusst veränderbare Rechenannahmen. Öffentliche Durchschnittswerte können Ihren Vertrag nicht ersetzen. Für Herkunftsnachweise und Stromkennzeichnung stützt sich der Artikel auf das Umweltbundesamt-Hintergrundwissen zu Ökostrom und die Marktanalyse Ökostrom II.
Häufige Fragen zum Ökostrom-Rechner
Nächster Schritt
Ökostrom-Angebote mit Ihren Daten vergleichen
Übernehmen Sie Ihren Verbrauch in den Vergleich und prüfen Sie danach Herkunft, Label, Preisgarantie und Laufzeit. So bleibt der Kostenvergleich von der Qualitätsprüfung getrennt.
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